In einer koordinierten Aktion sind rund 180 Einsatzkräfte von Zoll und Bundespolizei am Dienstag gegen mutmaßliche illegale Beschäftigungsstrukturen in Mönchengladbach vorgegangen. Im Visier der Ermittler steht insbesondere die regionale Logistikbranche. Der Einsatz verlief nicht ohne Zwischenfälle: Bei Fluchtversuchen wurden zwei Beamte verletzt.
Der Einsatz begann in den Morgenstunden und erstreckte sich über mehrere Gebäude im gesamten Stadtgebiet. Unter der Leitung des Zolls und mit Unterstützung der Bundespolizei sowie der Ausländerbehörde wurden zahlreiche Objekte durchsucht. Ziel der Maßnahme war es, Beweismittel für systematische Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung zu sichern.
Eskalation bei Durchsuchungsmaßnahmen
Während der Kontrollen kam es zu dramatischen Szenen. Mehrere Personen versuchten, sich den Maßnahmen durch Flucht zu entziehen. Zwei Männer konnten von den Beamten gestellt werden, leisteten jedoch erheblichen Widerstand. Im Zuge der körperlichen Auseinandersetzungen erlitten zwei Einsatzkräfte Verletzungen. Die Beamten setzten Pfefferspray ein, wodurch eine dritte Person verletzt wurde. Der Rettungsdienst brachte alle drei Beteiligten zur medizinischen Versorgung in umliegende Krankenhäuser.
Ermittlungen in der Logistikbranche
Hintergrund der Razzia sind umfangreiche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Die Vorwürfe wiegen schwer: Den Beschuldigten und den betroffenen Logistikunternehmen wird vorgeworfen, Arbeitsentgelte vorenthalten und veruntreut zu haben. Zudem besteht der Verdacht des illegalen Aufenthalts sowie der unerlaubten Arbeitnehmerüberlassung.
Umfangreiche Beweissicherung
Die Beamten stellten im Zuge der Durchsuchungen eine Vielzahl an Geschäftsunterlagen und digitalen Datenträgern sicher. Ersten Berichten zufolge wurden zahlreiche Personen ohne gültigen Aufenthaltsstatus angetroffen. Aussagen von vor Ort vernommenen Arbeitnehmern führten die Ermittler noch während des Einsatzes zu weiteren Objekten, die kurzfristig in die Maßnahmen einbezogen wurden.
Die Auswertung der sichergestellten Daten wird voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Staatsanwaltschaft und der Zoll machten mit Verweis auf das laufende Verfahren und ermittlungstaktische Gründe vorerst keine weiteren Angaben zur genauen Anzahl der Beschuldigten oder der Höhe des entstandenen Schadens.