Während Berlin im Dunkeln sitzt, rollt Hilfe aus dem Rheinland an. Mitten in der Nacht mobilisierte die Feuerwehr Mönchengladbach Spezialkräfte und schweres Gerät, um die Stromversorgung in der Krisenregion zu stützen.
Mönchengladbach/Berlin. Es war ein Weckruf, der keinen Aufschub duldete. Am späten Abend klingelten bei der Feuerwehr Mönchengladbach die Alarmglocken ausgelöst durch ein Amtshilfegesuch der Bezirksregierung Düsseldorf. Der Grund ist so simpel wie dramatisch: Der massive Stromausfall in Berlin erfordert bundesweite Unterstützung.
Nächtlicher Start des „Energiemoduls“
Die Reaktion erfolgte prompt. Innerhalb kürzester Zeit fanden sich sechs spezialisierte Einsatzkräfte auf der Wache ein. Ihr Auftrag: Das sogenannte „Energiemodul“ des Landes NRW startklar zu machen und unverzüglich in die Bundeshauptstadt zu verlegen. Bereits gegen 02:00 Uhr nachts setzte sich der Konvoi in Bewegung.
Bei dem Herzstück der Lieferung handelt es sich um Technik, die genau für solche Szenarien konzipiert wurde. Die Einheit besteht aus einem Gerätewagen Logistik, vollgepackt mit elektrotechnischem Spezialequipment, und zieht eine leistungsstarke 250 kVA Netzersatzanlage als Anhänger. Diese mobile Powerbank ist in der Lage, kritische Infrastrukturen autark mit Strom zu versorgen.
Solidarität aus NRW: Bezirksbereitschaft III im Einsatz
Die Mönchengladbacher sind auf ihrer Fahrt nach Osten nicht allein. Sie sind Teil einer größeren Welle der Hilfsbereitschaft aus Nordrhein-Westfalen. Weitere Einheiten aus dem Bundesland befinden sich ebenfalls auf der Autobahn in Richtung Berlin, um das lokale Stromnetz zu entlasten und Notstrominseln zu schaffen.
Organisatorisch ist dieser Einsatz in die Strukturen der „Bezirksbereitschaft III“ eingebettet. In diesem Verbund arbeiten die Einsatzkräfte aus Mönchengladbach Schulter an Schulter mit Kollegen der Stadt Krefeld und des Kreises Viersen. Während sich die Partner um andere Logistik- und Rettungsaufgaben kümmern, liegt die Fachexpertise für die Notstromversorgung fest in Mönchengladbacher Hand.
Für die sechs Feuerwehrleute bedeutet dies eine lange Nacht und einen fordernden Einsatz fernab der Heimat – mit dem klaren Ziel, in Berlin wieder das Licht anzuknipsen.