Es sollte das große Verkehrschaos werden, doch am Ende blieb nur Regen – und eine Menge verärgerter Bürger. Während das Land NRW für den gestrigen Montag (12.01.2026) eine massive Unwetterwarnung herausgab und landesweit Schulen schloss, blieb es in Mönchengladbach ungewöhnlich mild. Die Folge: Ein Organisationschaos für Familien und die Frage nach der Verhältnismäßigkeit.
Vorbereitungen auf den Ernstfall
Bereits am Sonntagabend glühten die Drähte in den Ministerien. Die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) deuteten auf gefährliches Blitzeis hin. Das Schulministerium reagierte prompt und hob die Präsenzpflicht auf viele Schulen in Mönchengladbach blieben daraufhin komplett geschlossen oder boten nur eine Notbetreuung an.
Auch die MAGS (Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe) war vorbereitet. Schon in den frühen Morgenstunden rückten die Streufahrzeuge aus, um die Hauptverkehrsadern der Stadt mit Sole gegen die angekündigte Glätte zu wappnen. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen“, hieß es aus Kreisen der Stadtverwaltung.
Wenn die Wetter-App zur Enttäuschung wird
Doch das angekündigte Chaos blieb aus. Statt spiegelglatter Fahrbahnen gab es in Mönchengladbach lediglich nassen Asphalt und Temperaturen, die deutlich schneller stiegen als vorhergesagt. Während Eltern mühsam versuchten, Homeoffice und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen, blickten viele fassungslos aus dem Fenster: Das Wetter war harmlos.
Stimmen aus der Stadt: Zwischen Wut und Unverständnis
In den sozialen Netzwerken entlud sich der Frust der Mönchengladbacher prompt. Besonders die Kurzfristigkeit der Schulschließungen stieß auf scharfe Kritik.
- „Ein organisatorischer Albtraum“, schreibt eine Mutter auf Facebook. „Ich habe Termine abgesagt und Überstunden geopfert, nur damit mein Kind jetzt im Garten spielt, weil es absolut sicher draußen ist. Diese Panikmache muss aufhören.“
- Auch die Kosten für den Winterdienst werden hinterfragt: „Salz auf trockene Straßen zu streuen, während die Thermometer steigen, ist reine Steuerverschwendung“, schimpft ein Anwohner aus Rheydt.
Viele Bürger werfen den Behörden eine „Vollkaskomentalität“ vor. Die Angst vor Haftungsfragen scheint schwerer zu wiegen als die Verlässlichkeit des öffentlichen Lebens.
Die Kehrseite der Medaille
Trotz der Kritik gibt es auch Stimmen, die zur Mäßigung aufrufen. Die Stadtverwaltung betont, dass man auf Basis der offiziellen Warnungen des Landes handeln musste. „Hätten wir nicht reagiert und es wäre zu schweren Unfällen auf dem Schulweg gekommen, wäre die Kritik weitaus massiver ausgefallen“, so ein Sprecher.
Der 12. Januar 2026 wird in Mönchengladbach als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem die Vorsicht den Alltag lahmlegte, ohne dass die Natur eine Gefahr darstellte. Zurück bleiben enttäuschte Eltern und die Forderung nach präziseren, lokaleren Warnsystemen für die Zukunft.
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