Trainer BMG Eugen Polanski Foto: Sascha Hohnen
Mönchengladbach steht vor einer Reifeprüfung. Vor dem Flutlicht-Duell am Freitagabend bei der TSG Hoffenheim (20:30 Uhr) macht Trainer Eugen Polanski deutlich: Nur mit maximaler Intensität und taktischer Disziplin kann der Schwung aus dem Augsburg-Sieg veredelt werden.
Ein Wiedersehen mit „Lehrmeister-Spuren“
Für Eugen Polanski ist die Reise nach Sinsheim mehr als nur ein gewöhnliches Auswärtsspiel. Der heutige Gladbach Coach war in Hoffenheim einst Kapitän unter Julian Nagelsmann. Doch Sentimentalitäten lässt Polanski nicht zu: „Ich konzentriere mich komplett auf unsere Aufgabe. Wir müssen alles raushauen, um dort bestehen zu können.“
Dennoch merkt man, wie sehr ihn die Zeit bei der TSG geprägt hat. Auf die Frage, was er von Nagelsmann gelernt habe, betont er die Bedeutung von Klarheit und Kommunikation: „Es gibt kein Jung oder Alt, nur Gut oder Nicht gut. Wir brauchen einen Kern, der dem Trainer folgt.“
Die Daten lügen nicht: Alarmstufe Rot bei Tiefenläufen
Die Analyse des Gegners fällt deutlich aus. Laut Polanski ist die TSG Hoffenheim die Mannschaft, die den „intensivsten Fußball“ der Liga spielt. „Das ist sehr intensiv nach vorne wie nach hinten. Sie haben viele Tiefenläufer“, warnt der Trainer. Der Schlüssel zum Erfolg soll erneut das aggressive Gegenpressing sein. Die Marschroute: Den Ball gar nicht erst hergeben – und wenn doch, ihn binnen Sekunden zurückerobern.
Taktisch setzt Polanski dabei auf „Prinzipien statt starrer Systeme“. Ein Symbol dafür ist Florian Neuhaus, der gegen Augsburg überall auf dem Platz zu finden war. „Er wirkt wie ein Freigeist, aber seine Bewegungen sind mit der Mannschaft abgestimmt“, erklärt Polanski. Diese Flexibilität soll auch den mannorientierten Defensivverbund der Hoffenheimer knacken.
Transfer-Beben hinter den Kulissen?
Während sich die Mannschaft auf das Spiel einschwört, brodelt es im Kadergefüge. Sportdirektor Roland Virkus gab auf der PK ungewöhnlich offene Einblicke in die Personalplanung:
- Marvin Friedrich steht offenbar kurz vor einem Wechsel. Virkus zeigte Verständnis für das Interesse anderer Clubs (u.a. Mainz 05): „Er ist ein gestandener Profi, der viele Schlachten geschlagen hat. Es wundert mich nicht, dass er im Fokus steht.“
- Bei Thomas Cvancara ist die Situation paradox: Er ist „topfit“ und „voll im Saft“, spielt aber in den sportlichen Planungen für das Wochenende keine Rolle, da man intensiv an einer Transferlösung arbeitet.
- Um das Talent Chano Güner bemüht sich die Borussia um Deeskalation. Trotz zahlreicher Gerüchte liege laut Virkus „kein einziges Angebot“ vor.
Abschluss der Hinrunde mit Ausrufezeichen?
Rein rechnerisch ist die Partie in Hoffenheim der Abschluss der Hinserie. Ein Sieg könnte die Borussia auf die psychologisch wichtige Marke von über 20 Punkten hieven. Polanski selbst will davon nichts wissen: „Für uns ist es nicht der Abschluss, sondern einfach das nächste Spiel, das wir mit unserer DNA erfolgreich bestreiten wollen.“
Der Kader bleibt im Vergleich zum Augsburg-Spiel identisch. Die Botschaft ist klar: Wer die Energie vom letzten Sonntag wiederholt, hat gute Chancen, die Heimreise mit drei Punkten im Gepäck anzutreten.