Trainer Eugen Polanski Borussia Mönchengladbach Foto Sascha Hohnen
Mönchengladbach – Vor dem Auswärtsspiel beim Hamburger SV (Samstag, 15:30 Uhr) wird der Ton bei Borussia Mönchengladbach deutlicher. Nach der Enttäuschung in Sinsheim (Niederlage gegen Hoffenheim) äußerte sich Cheftrainer Eugen Polanski auf der Pressekonferenz zur Verfassung seiner Mannschaft, personellen Rochaden und der Situation um Gio Reyna.
Wie reagiert Polanski auf das Hoffenheim-Debakel?
Nach der schwachen ersten Halbzeit zuletzt stellte sich die Frage, wie der Trainer die Mannschaft mental wieder aufrichtet.
Die Antwort von Eugen Polanski: Polanski verzichtete bewusst auf lange Monologe. „Es war eine relativ kurze, knappe Ansprache“, erklärte der Coach. Sein Ansatz: Die Spieler sollen selbst „ins Denken kommen“ und nicht nur passiv Anweisungen empfangen.
Polanski spürt trotz des Ärgers, dass die Mannschaft einen „Selbstreinigungsprozess“ durchläuft. Er betonte, dass Führungskräfte das Wort ergriffen haben und im Training eine positive Reaktion zeigten. Sein Vertrauen in den Kader bleibt bestehen: „Die Enttäuschung kommt ja von Vertrauen.“
Personal-Update: Wer ist fit für Hamburg?
Vor dem Duell mit dem HSV gibt es Updates zu wichtigen Schlüsselspielern. Polanski gab detailliert Auskunft über den Gesundheitszustand.
Kehrt Jonas Omlin ins Tor zurück?
Der Kapitän fehlte zuletzt kurzfristig. Der Status: Omlin hatte Magenprobleme, ist aber wieder gesund („Stand jetzt auskuriert“). Polanski ließ jedoch offen, ob er direkt spielt, da man schauen müsse, wie er „kräftemäßig da steht“. Die Option für den Kader ist jedoch gegeben.
Ist Franck Honorat einsatzbereit?
Ja. Die frühe Auswechslung im letzten Spiel war reine Belastungssteuerung, da Honorat geplant geschont wurde. Er hat das Spiel gut überstanden und ist voll einsatzfähig für die Startelf.
Startelf-Debüt für Kota Takai?
Die Chancen stehen sehr gut. Neuzugang Kota Takai überzeugte nach seiner Einwechslung gegen Hoffenheim. Polanski lobte explizit: „Nicht nur durch die 45 Minuten wäre Kota bereit.“ Der Japaner habe sich akklimatisiert und könnte von Beginn an auflaufen, auch weil Konkurrenten zuletzt im Kollektiv schwächelten.
Die „Akte“ Gio Reyna: Warum spielt der US-Star nicht?
Giovanni Reyna kam in den ersten Spielen der Rückrunde kaum zum Einsatz (nur 5 Minuten). Fans fragen sich: Stimmt die Leistung nicht?
Polanskis Klarstellung: Es liegt nicht an Reynas Einstellung. „Gio lässt sich nicht hängen, trainiert gut und ist gut in Form“, so Polanski. Der Grund: Es ist eine rein taktische Profil-Entscheidung („Welches Profil wollen wir wie oft auf dem Platz haben?“). Ähnlich wie bei Florian Neuhaus entscheidet Polanski je nach Gegner, welcher Spielertyp im Zentrum benötigt wird.
Was erwartet Gladbach beim Hamburger SV?
Polanski warnt davor, den HSV (im Szenario als Aufsteiger bezeichnet) zu unterschätzen.
Die Gegner-Analyse:
- Spielstil: Der HSV agiert unter seinem Trainerteam sehr offensiv, sucht viele Eins-gegen-Eins-Situationen und spielt „erfrischenden Fußball“.
- Heimstärke: Die Hamburger haben ihre Punkte vor allem zu Hause geholt und werden von einer speziellen Atmosphäre im Volksparkstadion getragen.
- Polanskis Plan: Gladbach fühlt sich bereit und will das Spiel „definitiv siegreich angehen“.
Transfer-Ticker: Was passiert mit Omlin und Čvančara?
Kurz vor Ende der Transferperiode brodelt die Gerüchteküche.
Gerüchte um Jonas Omlin: Es gibt Spekulationen über einen Wechsel in die Schweiz. Polanski kommentierte dies nüchtern: „Der Markt bewegt sich.“ Omlin sei ein Torwart mit dem Anspruch zu spielen. Ein konkretes Angebot bestätigte er nicht, schloss aber auch nichts kategorisch aus („Kein Konkretes gibt’s nicht“).
Status bei Čvančara & Co.: Tomáš Čvančara und Marvin Friedrich sind im Training. Zu weiteren Abgängen oder Zugängen hielt sich die sportliche Leitung bedeckt, betonte aber: „Bis zum Schluss können die Bleistifte gespitzt bleiben.“ Man sei weiter aktiv auf dem Markt.
Eugen Polanski steht in Hamburg vor einer Bewährungsprobe. Er setzt auf Eigenverantwortung und deutet taktische Wechsel an – insbesondere Kota Takai und eventuell der junge Welmo Zeitner (der laut Polanski „bereit wäre“) könnten für frischen Wind sorgen.