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Datum: 20. Januar 2026 Betroffene Region: NRW, Schwerpunkt Autobahn-Tunnel (A44, A46) Strecke: Mönchengladbach ➔ Düsseldorf
Der morgige Dienstag wird für Autofahrer in NRW zur Zerreißprobe. Die Gewerkschaft ver.di hat zu umfassenden Warnstreiks bei der Autobahn GmbH und dem Landesbetrieb Straßen.NRW aufgerufen. Das Ziel ist sensibel gewählt: Bestreikt werden die Leitzentralen, die für die Sicherheit in den Autobahntunneln zuständig sind.
Hier ist der Überblick zur Lage und wie Sie morgen von Mönchengladbach nach Düsseldorf kommen.
Das Kernproblem: Warum Tunnel geschlossen werden
In NRW gibt es rund 28 Tunnel, die rund um die Uhr überwacht werden müssen. In den Leitzentralen (z. B. in Duisburg und Hamm) sitzen Experten, die Monitore beobachten. Erkennen sie Rauch oder einen Unfall, schließen sie Sekunden später die Schranken und aktivieren die Lüftung.
- Die Regel: Ohne menschliche Überwachung darf aus Sicherheitsgründen kein Auto in den Tunnel fahren.
- Die Konsequenz: Streiken die Mitarbeiter in der Zentrale, müssen die Tunnel voll gesperrt werden.
Aktueller Stand (Montagabend): Es gibt Signale für Notdienstvereinbarungen. Das bedeutet, eine Rumpfmannschaft soll die wichtigsten Tunnel offen halten. Dennoch ist das System extrem fragil. Fällt ein Notdienst-Mitarbeiter aus oder passiert ein kleiner technischer Defekt, wird sofort gesperrt, da keine Wartungsteams verfügbar sind.
Die Situation auf der Strecke: Mönchengladbach ➔ Düsseldorf
Die Verbindung zwischen beiden Städten ist im Berufsverkehr ohnehin kritisch, morgen droht jedoch der Kollaps auf folgenden Routen:
1. A44 (Mönchengladbach-Ost ➔ Flughafen/Messe) – HOCHES RISIKO
Diese Strecke ist am stärksten gefährdet. Hier befinden sich die Tunnel Reichswaldallee und Flughafen.
- Szenario: Sollten diese Tunnel gesperrt werden, wird der Verkehr am Kreuz Meerbusch oder früher abgeleitet.
- Folge: Der Düsseldorfer Norden (Stockum, Flughafen, Messe) ist von Westen aus faktisch nicht erreichbar.
2. A46 (via Kreuz Wanlo/Neuss ➔ Düsseldorf-Süd) – MITTLERES RISIKO
Hier liegen auf Düsseldorfer Stadtgebiet die Tunnel Wersten und Universität.
- Szenario: Auch hier gilt: Ohne Überwachung gehen die Schranken runter. Selbst wenn die Tunnel offen bleiben, staut sich der Ausweichverkehr der A44 hierher.
3. A52 (Mönchengladbach ➔ Roermonder Straße) – ÜBERLASTUNG
Die A52 hat auf diesem Abschnitt keine kritischen Tunnel.
- Folge: Sie wird zur Haupt-Ausweichroute für alle, die nicht über die A44 fahren können. Rechnen Sie mit Stau ab dem Kreuz Kaarst bis zum Nadelöhr Theodor-Heuss-Brücke („Seestern“).
Die besten Ausweichstrecken & Strategien
Wenn Sie morgen früh fahren müssen, nutzen Sie folgende Alternativen:
Option 1: Die „Sicherste“ Route (ÖPNV)
Die Deutsche Bahn und die S-Bahn werden nicht bestreikt (dies ist kein GDL-Streik).
- Verbindung: RE4, RE13 oder S8 von MG Hbf nach Düsseldorf Hbf.
- Vorteil: Sie umgehen das Tunnel-Risiko komplett.
- Nachteil: Die Züge werden voller sein als sonst.
Option 2: Umfahrung über Landstraßen (Nördlich)
Sollte die A44 gesperrt sein und die A52 stehen:
- Fahren Sie in Willich/Schiefbahn ab.
- Nutzen Sie die Landstraßen über Meerbusch-Osterath.
- Fahren Sie über die B9 Richtung Krefeld/Düsseldorf oder nutzen Sie die Flughafenbrücke (A44) nur, wenn diese explizit als offen gemeldet ist. Hinweis: Auch Landstraßen werden schnell verstopfen.
Option 3: Die Süd-Umfahrung (B1)
Wenn Sie in den Düsseldorfer Süden/Hafen müssen und die A46 dicht ist:
- Nutzen Sie ab Neuss die B1 Richtung Josef-Kardinal-Frings-Brücke (Südbrücke).
- Vermeiden Sie den Rheinufertunnel in Düsseldorf, fahren Sie oberirdisch Richtung Ziel.
Checkliste für morgen früh
- Navi-Check vor dem Motorstart: Schauen Sie auf Google Maps oder Waze.
- Schwarz/Rot gestrichelte Linie auf der A44? -> Nicht auffahren! Sie stehen sonst stundenlang vor der Tunnelschranke.
- Radio an: WDR 2 oder Antenne Düsseldorf bringen Verkehrsmeldungen alle 15 Minuten.
- Defensiv fahren: Es sind keine Straßenwärter im Einsatz! Ein liegengebliebener LKW oder Teile auf der Fahrbahn werden nicht so schnell geräumt wie sonst.