Bei der symbolischen "Schlüsselübergabe" auf dem ehemaligen Gelände der Niederrheinkaserne vor Ort waren: v.l.n.r: Bürgermeister von Viersen Christoph Hopp, Oberbürgermeister von Mönchengladbach Felix Heinrichs, Wolfgang Opdenbusch (Geschäftsführer NEW mobil und aktiv), Landtagsabgeordnete Vanessa Odermatt, Thomas Bley (Vorstand NEW), Andreas Platvoetz und Christine Barking von der BImA, Landtagsabgeordneter Jochen Klenner und Frank Kindervatter (Vorstand NEW)
Mönchengladbach. Die NEW treibt ihre Pläne für einen zentralen Busbetriebshof an der Stadtgrenze zwischen Mönchengladbach und Viersen voran. Wie der Versorger mitteilt, wurde das rund 96.000 Quadratmeter große Gelände der ehemaligen Niederrheinkaserne offiziell von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben. Dort soll in den kommenden fünf Jahren der „NEW e-motion hub“ entstehen – ein Großprojekt mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 284,6 Millionen Euro.
Gemeinsamer Standort für 260 Busse
Das Vorhaben zielt darauf ab, die bislang getrennten Betriebshöfe der „NEW mobil und aktiv“ aus Mönchengladbach und Viersen an einem Standort zusammenzuführen. Geplant ist eine Infrastruktur, die Platz für rund 260 vollelektrische Busse bietet. Neben Abstellhallen und Ladeinfrastruktur (Busports) umfasst der Plan eine zentrale Werkstatt, ein Verwaltungsgebäude sowie ein Parkhaus für die Beschäftigten.
Wolfgang Opdenbusch, Geschäftsführer der NEW mobil und aktiv, verspricht sich davon „spürbare Synergien im Fahrbetrieb und in der Werkstattorganisation“. Zudem sei der Neubau die bauliche Voraussetzung, um die gesamte Busflotte bis zum Jahr 2030 vollständig auf Elektromobilität umzustellen.
Finanzierung hängt an Fördermitteln Die Umsetzung des 284,6-Millionen-Euro-Projekts ist jedoch an finanzielle Hürden geknüpft. Die NEW plant, in diesem Jahr entsprechende Förderanträge zu stellen. Ob und in welcher Höhe Gelder fließen, steht derzeit noch aus. Fest steht laut Planung: Rund 20 Prozent der Gesamtfläche sollen als naturnaher Lebensraum erhalten bleiben. Zudem sind Flächen für zukünftige Technologien, etwa Batteriespeicher, reserviert.
Zeitplan: Abriss startet Ende 2026
Das laufende Jahr 2026 steht im Zeichen der Planung und des Baurechts. Bereits am 10. Februar wird der Vorentwurf für den notwendigen Bebauungsplan (Nr. 812/N) im Mönchengladbacher Ausschuss für Planung, Bauen und Stadtentwicklung vorgestellt.
Parallel dazu bereitet die NEW die Ausschreibungen vor. Läuft alles nach Plan, sollen die Abrissarbeiten der alten Kasernengebäude im vierten Quartal 2026 beginnen. Der Start für den eigentlichen Hochbau ist für 2028 angesetzt. Bis zur Fertigstellung bleiben die bestehenden Standorte in Mönchengladbach und Viersen voll in Betrieb.
Reaktionen aus der Politik
Die Bürgermeister beider Städte begrüßen den Schritt als interkommunalen Schulterschluss. Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) bezeichnete den Kauf als „Investition in die Zukunft der Mobilität“, durch die eine lange leerstehende Militärbrache wieder einer Nutzung zugeführt werde. Viersens Bürgermeister Christoph Hopp sieht darin ein „starkes Gemeinschaftsprojekt“, das zeige, was möglich sei, wenn Kommunen kooperieren.