Ein heftiger Beziehungsstreit endete am Samstagabend auf der Bundesstraße 221 in einer Gewalttat, die fast ein Todesopfer gefordert hätte. Gegen 20:00 Uhr zwang ein 55-jähriger Autofahrer im Bereich der Stiegstraße in Brüggen einen anderen Wagen durch ein rücksichtsloses Bremsmanöver zum Stehen. Was wie eine gefährliche Situation im Straßenverkehr begann, eskalierte unmittelbar nach dem Stillstand der Fahrzeuge zu einem gezielten Angriff.
Der 55-Jährige attackierte den 32-jährigen Fahrer des ausgebremsten Wagens mit einem Messer und verletzte ihn dabei so schwer, dass dieser zunächst in akuter Lebensgefahr schwebte. Rettungskräfte brachten den Schwerverletzten umgehend in ein Krankenhaus nach Mönchengladbach. Auch sein Beifahrer kam nicht ungeschoren davon: Er erlitt bei der Auseinandersetzung leichte Verletzungen und wurde in einer Viersener Klinik behandelt.
Hinter der Tat vermuten die Ermittler der Mordkommission Mönchengladbach ein klares Motiv im privaten Umfeld. Bei dem 32-jährigen Opfer handelt es sich nach bisherigem Kenntnisstand um den neuen Lebenspartner der Ex-Frau des Angreifers. Die Ermittler stufen die Tat daher als klassisches Beziehungsdelikt ein.
Die Flucht des Täters dauerte nicht lange. Polizisten stellten den Mann wenig später in Bracht. In seinem Fahrzeug befand sich zu diesem Zeitpunkt auch sein minderjähriger Sohn. Nach Angaben der Behörden war das Kind jedoch während der eigentlichen Tatausführung in Brüggen nicht zugegen.
Am Sonntag folgte die juristische Konsequenz für den 55-jährigen Syrer: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Krefeld wurde er einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Während der Beschuldigte nun in Untersuchungshaft sitzt, gibt es für das Opfer immerhin vorsichtige Entwarnung, Der 32-Jährige ist mittlerweile außer Lebensgefahr.