Die Zahl der registrierten Straftaten in Mönchengladbach ist 2025 erneut gesunken. Gleichzeitig liegt die Stadt weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt bei der Kriminalitätsbelastung. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Mönchengladbach hervor.
Gesamtkriminalität: Zweiter Rückgang in Folge
Im Jahr 2025 wurden in Mönchengladbach 24.537 Straftaten registriert. Das sind 849 Fälle weniger als 2024 und entspricht einem Rückgang von 3,34 Prozent. Landesweit sank die Zahl der Straftaten um 2,98 Prozent auf 1.356.972 Fälle.
Die Aufklärungsquote lag in Mönchengladbach bei 53,72 Prozent. 13.182 der 24.537 Straftaten wurden aufgeklärt. Im Vorjahr hatte die Quote noch bei 54,60 Prozent gelegen. Der NRW-Durchschnitt beträgt 53,69 Prozent.
Auffällig bleibt die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner. Sie liegt in Mönchengladbach bei 9.183 und damit 19,17 Prozent über dem Landesdurchschnitt von 7.524 .
Von selten bis häufig: Die Delikte im Überblick
Am seltensten sind Straftaten gegen das Leben. 2025 wurden zwölf Tötungsdelikte registriert, davon elf im Versuchsstadium. Die Aufklärungsquote lag bei 100 Prozent. Sechs Fälle betrafen Mord oder Mordversuch nach §211 StGB, sechs Fälle Totschlag nach §212 StGB.
Im Bereich der Sexualdelikte wurden 598 Straftaten erfasst. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 83,28 Prozent. Bei den Vergewaltigungsdelikten sank die Zahl von 81 auf 74 Fälle, davon sechs Versuche. 67 der 74 Fälle wurden aufgeklärt, was einer Quote von 90,64 Prozent entspricht .
Wohnungseinbrüche gingen deutlich zurück. Nach einem Anstieg 2024 sank die Zahl 2025 um 14,73 Prozent auf 434 Fälle. In 223 Fällen blieb es beim Versuch, was einer Versuchsquote von 51,38 Prozent entspricht. Die Aufklärungsquote liegt mit 11,98 Prozent weiterhin niedrig .
Gewaltkriminalität insgesamt sank um 5,40 Prozent auf 998 Fälle. Den größten Anteil machen gefährliche und schwere Körperverletzungen mit 673 Fällen sowie Raubdelikte mit 256 Fällen aus. Die Aufklärungsquote stieg auf 74,25 Prozent .
Straßenkriminalität bleibt der zahlenmäßig stärkste Bereich. 5.234 Delikte wurden 2025 registriert, ein leichter Rückgang um 0,80 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt bei 18,74 Prozent und damit deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt.
Betrugsdelikte gingen um 13,62 Prozent auf 2.834 Fälle zurück. Den größten Anteil macht der Waren- und Warenkreditbetrug mit 30,06 Prozent aller Betrugsfälle aus. Der Tankbetrug sank von 267 auf 209 Fälle, die Aufklärungsquote stieg auf 49,76 Prozent .
Messerkriminalität rückläufig
Bei 104 Tatverdächtigen wurde 2025 ein Messer als Tatmittel erfasst. Das entspricht einem Rückgang um 29,25 Prozent gegenüber 2024. 32,69 Prozent dieser Fälle entfielen auf Straßenkriminalität. Der Anteil jugendlicher Tatverdächtiger sank von 21,77 auf 18,27 Prozent
Tatverdächtige: Mehrheit männlich, viele bereits polizeibekannt
Insgesamt wurden 9.582 Tatverdächtige ermittelt. 74,11 Prozent waren männlich, 25,89 Prozent weiblich. 58,87 Prozent waren bereits zuvor polizeilich in Erscheinung getreten.
Bereinigt um ausländerrechtliche Verstöße lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei 35,6 Prozent. Der Landeswert beträgt 35,5 Prozent.
Im Bereich der Einbruchskriminalität stieg der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger auf 45,11 Prozent. Bei der Gewaltkriminalität sank er von 44,71 auf 40,05 Prozent.
Öffentlicher Raum im Fokus
35,71 Prozent aller Raubdelikte ereigneten sich auf Straßen, Wegen oder Plätzen. Besonders im Umfeld des Hauptbahnhofs, der Gladbacher Altstadt und der Rheydter Innenstadt wurden Schwerpunktmaßnahmen durchgeführt.
Bei den Wohnungseinbrüchen handelte es sich in 36,64 Prozent der Fälle um Tageswohnungseinbrüche zwischen 6 und 21 Uhr.
Fazit der Statistik 2025
Die Kriminalität in Mönchengladbach ist 2025 insgesamt gesunken. Besonders deutlich gingen Betrugsdelikte, Einbrüche und Messerfälle zurück. Auch die Gewaltkriminalität nahm ab. Gleichzeitig bleibt die Stadt bei der Kriminalitätsbelastung pro Einwohner klar über dem Landesdurchschnitt.
Die Statistik zeigt damit zwei Entwicklungen objektiv sinkende Fallzahlen und strukturelle Herausforderungen im öffentlichen Raum sowie bei schwer aufklärbaren Eigentumsdelikten. Grundlage aller Zahlen ist die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Mönchengladbach