16 cm hohe Buskapsteine und sogenannte Noppenplatten als taktile Leitelemente sorgen für Barrierefreiheit an immer mehr Bushaltestellen in der Stadt. (© Stadt Mönchengladbach)
Mönchengladbach treibt die Inklusion im ÖPNV voran: Die Haltestellen Ehrenstraße, Freiligrathstraße und Hermann-Löns-Straße stehen vor einem umfassenden barrierefreien Umbau. Die Stadtverwaltung präsentierte die entsprechenden Pläne kürzlich in den Bezirksvertretungen Süd und Ost, um den Zugang zum Busnetz für alle Bürger zu erleichtern.
Der Umbau ist Teil eines langfristigen Programms, das die Mobilität in der Stadt nachhaltig verbessern soll. Konkret geht es darum, die Infrastruktur so anzupassen, dass Menschen mit Kinderwagen, Rollstühlen oder Gehbehinderungen ohne fremde Hilfe ein- und aussteigen können. Bis die Bagger rollen, wird es jedoch noch etwas dauern: Die Verwaltung bereitet derzeit den Förderantrag für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) vor, der bis Ende 2026 eingereicht werden soll.
Die Standorte im Detail: Verschiebungen und Anpassungen
Da der Platz im öffentlichen Raum oft begrenzt ist, können nicht alle Haltestellen an ihrem exakten Standort verbleiben.
- Ehrenstraße (Bettrath): An der Hovener Straße halten Busse aktuell direkt am Fahrbahnrand. Da der jetzige Platz nicht für barrierefreie Bahnsteige ausreicht, wird der Halt in Fahrtrichtung Süden künftig vor die Häuser 153 und 153a verlegt.
- Freiligrathstraße (Geneicken): Auf der Schlossstraße ist die Situation ähnlich beengt. Hier werden die Haltepunkte beider Fahrtrichtungen auf die Höhe der Hausnummern 48 bis 50 verschoben und dort zentral zusammengeführt.
- Hermann-Löns-Straße (Mülfort): Diese Haltestelle an der Düsseldorfer Straße bleibt ortstreu. Hier ermöglichen die Gegebenheiten vor den Hausnummern 58 bis 62 einen barrierefreien Ausbau ohne räumliche Verlegung.
Technik für mehr Selbstständigkeit
Der Standard für den Umbau umfasst zwei wesentliche Elemente. Zum einen kommen 16 Zentimeter hohe Spezialbordsteine (Buskapsteine) zum Einsatz, die den Spalt und den Höhenunterschied zum Bus minimieren. Zum anderen werden im Boden taktile Leitelemente (Noppenplatten) verlegt. Diese dienen sehbehinderten und blinden Menschen als Orientierungshilfe, um die Einstiegstüren zielsicher zu finden.
Einordnung: Status Quo in Mönchengladbach
Von den insgesamt 1.162 Haltepunkten im Stadtgebiet erfüllen aktuell 371 die Kriterien der Barrierefreiheit. Mit den drei neuen Projekten setzt die Stadt einen weiteren Schritt um, die Quote kontinuierlich zu erhöhen. Nach der Bewilligung der Fördergelder durch den VRR erfolgt die öffentliche Ausschreibung der Bauleistungen.