Foto Matheus Bertelli
Das Rheinische Revier steht vor einem historischen Umbruch – und die Menschen vor Ort sollen diesen nun aktiv mitgestalten. Ab diesem Jahr startet ein neu gegründeter Bürgerrat, in dem 100 zufällig ausgewählte Teilnehmer konkrete Empfehlungen für die Zukunft der Region erarbeiten. Ziel der Landesregierung NRW ist es, die Bevölkerung direkt in die politischen Entscheidungsprozesse des Strukturwandels einzubinden.
Per Losverfahren zum Mitgestalter
Die Auswahl der Teilnehmer folgt einem strengen demokratischen Prinzip: Insgesamt 7.000 Einwohner aus dem gesamten Revier erhalten in diesen Tagen Post und werden zur Bewerbung eingeladen. Aus allen Rückmeldungen werden schließlich 100 Personen per Zufallsprinzip ausgelost. Dabei wird darauf geachtet, dass die Gruppe ein realistisches Spiegelbild der Gesellschaft darstellt – berücksichtigt werden Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildungsstand und die geografische Herkunft innerhalb der Region.
Politik auf Augenhöhe
Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betont die Relevanz dieses Gremiums. Da der Strukturwandel den Alltag jedes Einzelnen beeinflusse, dürfe nicht „über die Köpfe der Menschen hinweg“ entschieden werden. Die Ergebnisse des Bürgerrates sollen keine bloße Dekoration sein, sondern direkt in die Arbeit der Landesregierung einfließen. Auch Bodo Middeldorf, Chef der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, sieht darin eine „neue Dimension der Partizipation“, die weit über klassische Bürgerbeteiligungen hinausgehe.
Der Zeitplan für 2026
Noch im ersten Quartal des Jahres wird eine Vorbereitungsgruppe das genaue Schwerpunktthema festlegen, das sich am „Ziel- und Meilensteinplan“ des Landes orientiert. Die eigentliche Arbeit findet im Frühsommer statt:
- Sitzungsphasen: An drei Wochenenden im Mai, Juni und Juli kommen die Ratsmitglieder zusammen.
- Arbeitsweise: In moderierten Kleingruppen werden Ideen diskutiert und Handlungsempfehlungen formuliert.
- Übergabe: Im Herbst 2026 werden die Ergebnisse offiziell an das Wirtschaftsministerium übergeben.
Anschließend ist die Landespolitik am Zug: Die Regierung prüft die Vorschläge auf ihre Umsetzbarkeit und entscheidet über die Realisierung.
Hintergrund: Die Rolle der Zukunftsagentur
Die Zukunftsagentur Rheinisches Revier mit Sitz in Jülich fungiert als Motor hinter diesem Prozess. Sie koordiniert nicht nur die Fördermittel und Strategien für den Kohleausstieg, sondern setzt verstärkt auf Dialogformate. Der neue Bürgerrat soll das Vertrauen in den Transformationsprozess stärken und sicherstellen, dass die Milliardeninvestitionen für die Region dort ankommen, wo sie den Bürgern am meisten nützen.
Der Bürgerrat im Überblick:
- Teilnehmer: 100 (ausgelost aus 7.000 angeschriebenen Bürgern)
- Zeitraum: Sitzungen zwischen Mai und Juli 2026
- Ziel: Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für die Landesregierung NRW
- Region: Gesamtes Rheinisches Revier