Foto Sascha Hohnen
Borussia Mönchengladbach steht heute am 28. Februar 2026 vor einem dieser Spiele, die sich nicht wie ein normaler Bundesliga Nachmittag anfühlen. Um 15:30 Uhr kommt der 1. FC Union Berlin in den Borussia Park. Auf dem Papier ist es der 24. Spieltag. In der Realität ist es für die Borussia ein Spiel gegen die eigene Abwärtsspirale.
Die Lage: Sieben Spiele ohne Sieg, der Abgrund ist sichtbar
Gladbach ist seit sieben Bundesliga Spielen sieglos. Nach der jüngsten 1:2 Niederlage in Freiburg ist der Klub auf Rang 14 abgerutscht und laut Sportchef Rouven Schröder tickt die Uhr. In der Berichterstattung wird der Abstand zur Relegationszone mit nur zwei Punkten beschrieben.
Union reist dagegen mit deutlich weniger Existenzangst an: Mittelfeld statt Keller, nach dem 1:0 gegen Leverkusen zuletzt wieder ein Ausrufezeichen. Trotzdem warnt Trainer Steffen Baumgart davor, das Spiel als Selbstläufer zu sehen und betont, dass Gladbach trotz Krise auf Augenhöhe sei.
Polanskis Botschaft: Blockade im Kopf, Brechstange im Training
Eugen Polanski versucht vor dieser Partie sichtbar, die Mannschaft aus dem mentalen Loch zu ziehen. Ein zentraler Baustein: eine ungewöhnliche Einheit im Stadion, bewusst in anderer Atmosphäre, näher am Ernstfall, näher am Tor, auf das es heute ankommt. Dazu kommt eine klare Ansprache, in der Polanski laut den vorliegenden Berichten “knallharte Worte” wählte und absolute Konsequenz in beiden Strafräumen einforderte.
In deiner Zusammenfassung auf mg-moenchengladbach de wird außerdem deutlich, woran sich die Vorbereitung festgebissen hat: Standards und zweite Bälle. Ausgerechnet dort, wo Union traditionell unangenehm wird, hatte Gladbach zuletzt eklatante Probleme, in Freiburg sogar nach Einwürfen. Polanski fordert höchste Konzentration in den defensiven Zweikämpfen, weil Union genau solche Momente gnadenlos bespielt.
Personal und Matchplan: Rückkehrer, Wackelkandidaten, Ausfälle
- Rocco Reitz ist nach Sperre bzw. Belastungssteuerung wieder eine Option und soll Stabilität bringen.
- Florian Neuhaus bleibt ein Thema, aber eher als Herausforderer. Polanski begründet seine Reservistenrolle mit der benötigten Intensität und verweist auf andere Optionen im Mittelfeld.
- Tim Kleindienst und Nathan Ngoumou fallen weiterhin verletzt aus. Robin Hack und Giovanni Reyna trainieren wieder, sind aber nicht sicher für den Kader.
Bei Union fehlen bzw. wackeln ebenfalls wichtige Bausteine:
- Andrej Ilić ist gelbgesperrt, Oliver Burke gilt als Kandidat für die Startelf.
- Janik Haberer trainierte nach Knieprellung individuell, ein Einsatz ist offen. Zudem werden mehrere Defensivspieler als verletzt bzw. im Aufbau beschrieben.
Der Gegner: Union ist nicht schön, aber scharf
Union kommt nicht, um Kunst zu machen. Union kommt, um Räume zu verschließen, Standards zu erzwingen und Gladbachs Nerven zu testen. Genau das ist der unangenehme Kern dieser Paarung, der auch statistisch unterfüttert ist: In 13 Bundesliga Duellen gewann Gladbach nur drei, Union sieben. Das Hinspiel ging laut Vorberichten mit 3:1 an Union.
Warum dieses Spiel für Gladbach so gefährlich ist
Wenn ein Team in einer Negativserie steckt, passieren zwei Dinge gleichzeitig: Der Wille steigt, aber die Fehleranfälligkeit auch. Polanskis Ansatz zielt erkennbar darauf, die “mentale Blockade” zu knacken, bevor Union sie zum Spielmacher macht.
Und genau hier liegt die brutale Dramaturgie dieses Nachmittags: Gladbach braucht nicht nur Punkte. Gladbach braucht das Gefühl zurück, wieder gewinnen zu können. Sonst wird aus Druck Panik, aus Panik ein Fehler, und Union wartet genau auf diesen Moment.