Foto: Sascha Hohnen
Die Serie ist gerissen. Nach fünf ungeschlagenen Spielen unter Eugen Polanski musste sich Borussia Mönchengladbach am Freitagabend einem gnadenlos effizienten VfL Wolfsburg geschlagen geben. Vor heimischer Kulisse unterlagen die Fohlen mit 1:3 (1:3) und verpassten damit den Sprung auf die Champions-League-Plätze. Auf der Gegenseite feiert Interimstrainer Daniel Bauer den zweiten Sieg in Folge und verschafft den „Wölfen“ wichtige Luft im Abstiegskampf.
Wilde erste Hälfte entscheidet das Spiel
Die Partie begann für die Hausherren mit einem Nackenschlag. Kaum hatten sich die Zuschauer sortiert, zappelte der Ball schon im Netz. Patrick Wimmer nutzte in der 4. Minute eine präzise Flanke von Lovro Majer und bestrafte die unsortierte Gladbacher Hintermannschaft eiskalt 0:1.
Die Borussia, die ohne den gesperrten Joe Scally antrat, brauchte einen Moment, um sich zu schütteln, kam aber glücklich zurück. In der 21. Minute setzte Gio Reyna Haris Tabakovic in Szene; dessen Bedrängnis zwang Wolfsburgs Konstantinos Koulierakis zu einem Eigentor. Das 1:1 schien der Weckruf zu sein, doch was folgte, war ein defensiver Blackout der Gladbacher.
Innerhalb von nur fünf Minuten zerlegten die Wolfsburger die Hoffnungen der Gastgeber. Zuerst tanzte der pfeilschnelle Mohamed Amoura die Abwehr aus (29.), dann schnürte Wimmer seinen Doppelpack (34.). Zur Halbzeit stand ein ernüchterndes 1:3 auf der Anzeigetafel – ein Resultat, das vor allem auf individuellen Fehlern in der Gladbacher Defensive basierte. Ein symbolisches Bild für die Verunsicherung lieferte Philipp Sander, dem in der Hektik sogar ein falscher Einwurf unterlief.
Pech, Pfosten und VAR
Eugen Polanski fand in der Kabine offenbar deutliche Worte, denn die Borussia kam wie verwandelt aus der Pause. Mit Wut im Bauch schnürten die Fohlen die Gäste zeitweise in deren Hälfte ein (Torschussbilanz 2. Halbzeit: 12:3), doch das Glück fehlte gänzlich.
Der eingewechselte Yannik Engelhardt scheiterte in der 79. Minute am Pfosten. Wenn der Ball doch im Tor landete, griff der Schiedsrichter ein: Zwei Treffer, darunter einer von Tabakovic, wurden wegen Abseitsstellungen aberkannt – einmal war die Entscheidung des VAR hauchzart. Wolfsburg verteidigte leidenschaftlich und brachte den Vorsprung über die Zeit.
Die Stimmen zum Spiel
Während die Gladbacher mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen, war die Erleichterung bei den Gästen greifbar. Wolfsburgs Mittelfeldmotor Yannick Gerhardt fasste das Erfolgsrezept am DAZN-Mikrofon zusammen:
„Das ist eine schöne Momentaufnahme. Zuerst braucht man die Basics, um überhaupt Fußball zu spielen. Gegen den Ball stehen wir sehr diszipliniert, und wir haben überragende Fußballer in unseren Reihen, dann macht es auch Spaß.“
Für Gladbach war es ein Abend der verpassten Chancen und der Selbstkritik. Die Mannschaft haderte weniger mit der Offensive, sondern mit der Leichtigkeit, mit der man die Gegentore herschenkte.
Für Borussia Mönchengladbach ist das 1:3 ein Dämpfer zur Unzeit. Die Defensive, die zuletzt das Prunkstück war, wackelte ohne Scally bedenklich. Der VfL Wolfsburg hingegen sendet ein starkes Lebenszeichen: Unter Daniel Bauer stimmen Einstellung und Ertrag wieder. Ob aus dem Interimstrainer nun eine Dauerlösung wird, dürften die kommenden Tage zeigen.