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Ein gestohlener Herdenschutzhund, brutale Attacken auf Einsatzkräfte und ein wahrer Geldregen durch Verkehrssünder: Das Jahr 2025 war für das Ordnungsamt Mönchengladbach alles andere als Routine. Während die Stadtkasse klingelte, mussten die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungs- und Servicedienstes (KOS) oft ihre eigene Gesundheit riskieren.
Wer glaubt, die Arbeit des Ordnungsamtes bestünde nur aus dem Schreiben von Knöllchen für Falschparker, den belehrt die Jahresbilanz 2025 eines Besseren. Zwar spielten Bußgelder eine massive Rolle, doch der Bericht offenbart vor allem, wie rau der Ton auf Mönchengladbachs Straßen geworden ist.
10,7 Millionen Euro: Der Preis für das Rasen
Die Zahl lässt aufhorchen: Rund 10,7 Millionen Euro flossen 2025 durch Verwarn und Bußgelder in die städtischen Kassen. Das ist eine satte Steigerung von einer Million Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der Hauptgrund für diesen Geldsegen waren Geschwindigkeitsverstöße. In über 142.000 Fällen lösten die Blitzer in Mönchengladbach aus.
Besonders teuer wurde es auf der Dahlener Straße. In Höhe der Hausnummer 587 (Fahrtrichtung Rheydt Innenstadt) entwickelten sich die Messgeräte zum absoluten Hotspot für Temposünder. Den traurigen Rekord für Leichtsinn sicherte sich jedoch ein junger Mann auf der Duvenstraße: Er raste mit unfassbaren 125 km/h durch die dortige 50er-Zone, ein lebensgefährliches Manöver, das nun empfindliche Konsequenzen haben wird. Im Vergleich dazu wirken die knapp 84.500 Knöllchen für den ruhenden Verkehr fast harmlos.
Gewalt gegen Einsatzkräfte: Die Nacht bei Fortuna
Doch die Bilanz hat eine dunkle Seite. Die Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr war 2025 nicht nur Kür, sondern oft bittere Notwendigkeit zum Eigenschutz. Der Tiefpunkt des Jahres ereignete sich in der Nacht zum 31. August auf der Sportanlage von Fortuna Mönchengladbach.
Was als Routine Einsatz wegen Ruhestörung begann, eskalierte völlig. Ein Mann griff die KOS-Mitarbeiter unvermittelt an, und statt zu schlichten, solidarisierte sich die feiernde Gruppe mit dem Angreifer. Es folgte eine Jagdszenen ähnliche Attacke auf die städtischen Angestellten. Erst ein Großaufgebot der Polizei konnte die Lage beruhigen. Die Bilanz dieser Nacht: Zwei verletzte Ordnungskräfte, einer davon musste stationär im Krankenhaus behandelt werden. Solche Vorfälle zeigen das steigende Risiko, dem der KOS Mönchengladbach bei seinen rund 8.000 Einsätzen jährlich ausgesetzt ist.
Happy End für „Teddy“
Zwischen Lärmbeschwerden und Verkehrsüberwachung gab es jedoch auch Momente, die ans Herz gehen. Der Fall des kaukasischen Owtscharkas „Teddy“ hielt im Frühjahr viele Tierfreunde in Atem. Der imposante Hund war in der Nacht auf den 21. Februar dreist aus dem Tierheim Mönchengladbach gestohlen worden.
Der KOS bewies hier echten Spürsinn. Durch hartnäckige Nachforschungen konnten die Mitarbeiter Teddy in einer Wohnung lokalisieren. Mit Unterstützung der Polizei wurde der Hund sichergestellt und wohlbehalten zurückgebracht einer der wenigen Lichtblicke in einem harten Jahr für die Ordnungshüter.