Haris tabakovic Bor Mönchengladbach Foto Sascha Hohnen
Im Borussia-Park herrschte am Samstagabend eine Atmosphäre, die zwischen Erleichterung und leiser Enttäuschung schwankte. Das 1:1-Unentschieden zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen am 21. Spieltag bot zwar keinen spielerischen Glanz, dafür aber eine Dramatik, die symptomatisch für die aktuelle Lage beider Teams steht. Während die Fohlen unter Eugen Polanski wichtige Stabilität im Tabellenkeller demonstrierten, ließ die Werkself unter Kasper Hjulmand im Kampf um die Champions-League-Plätze Federn.
Die Partie begann mit einem Paukenschlag, den sich vor allem einer ganz anders vorgestellt hatte: Janis Blaswich. Der Leverkusener Schlussmann leistete sich in der zehnten Minute einen folgenschweren Blackout, als er einen riskanten Kurzpass auf Aleix Garcia spielte. Gladbachs Pressing griff sofort, Garcia verlor den Ball in höchster Not. Den ersten Abschluss von Haris Tabakovic konnte Blaswich zwar noch parieren, gegen den Nachschuss des Geburtstagskindes Yannik Engelhardt war er jedoch machtlos. Die frühe Führung gab Gladbach den nötigen Auftrieb, um gegen den Favoriten mutig und kompakt aufzutreten.
Leverkusen hingegen wirkte in der ersten Hälfte seltsam gehemmt. Trotz mehr Ballbesitz fand die Hjulmand-Elf keine Lücken im Gladbacher 5-4-1-System. Tatsächlich stand zur Pause kein einziger regulärer Torschuss für die Gäste in der Statistik. Dass es dennoch mit einem Unentschieden in die Kabinen ging, lag an einer unglücklichen Slapstick-Einlage kurz vor dem Halbzeitpfiff. Eine Hereingabe von der rechten Seite prallte vom Gladbacher Philipp Sander unhaltbar ins eigene Netz ab ,der Ausgleich aus dem buchstäblichen Nichts.
Im zweiten Durchgang steigerte sich die Intensität, wobei spielerische Highlights Mangelware blieben. Die beste Chance zur erneuten Führung vergab der auffällige Jens Castrop in der 60. Minute, als er nach Vorarbeit von Franck Honorat aus spitzem Winkel an einer Fußabwehr von Blaswich scheiterte. In der Schlussphase wurde es hitzig. Eine Rudelbildung nach einem Foul an Exequiel Palacios sorgte für Aufsehen, in deren Folge Kevin Stöger die Gelbe Karte sah. Auch an der Seitenlinie kochten die Emotionen hoch, was Trainer Eugen Polanski unmittelbar vor dem Abpfiff ebenfalls eine Verwarnung einbrachte.
Am Ende steht für Gladbach ein verdienter Punktgewinn, der den Vorsprung auf die Relegationszone bei drei Zählern hält. Für Leverkusen hingegen bedeutet das Remis einen Rückschlag im Rennen um die Königsklasse. Die Werkself blieb zwar zum 13. Mal in Folge gegen die Borussia ungeschlagen, konnte aber die spielerische Dominanz vergangener Wochen nicht auf den Rasen des Borussia-Parks bringen.