Während Großstädte wie Berlin und Leipzig erneut Szenen wie aus einem „schlechten Albtraum“ erlebten, ziehen die Einsatzkräfte in Mönchengladbach eine gemischte, aber im bundesweiten Vergleich noch moderate Bilanz. Dennoch schockiert ein Vorfall besonders: Einsatzkräfte wurden gezielt mit Raketen beschossen.
Die Bilanz der Feuerwehr: Rettung in letzter Sekunde
Für die Feuerwehr Mönchengladbach war der Jahreswechsel mit 105 Einsätzen arbeitsintensiv. Der Schwerpunkt lag deutlich in den ersten Stunden des neuen Jahres: Allein zwischen Mitternacht und 7:00 Uhr morgens mussten die Retter zu 51 Notfällen ausrücken.
- Rettungsdienst: 77 Einsätze, davon 18 mit Notarzt. Häufige Ursachen waren exzessiver Alkoholkonsum und Verletzungen durch Feuerwerk.
- Brände: 25 Kleinbrände (Mülltonnen, Hecken, Unrat) hielten die Löschzüge in Atem.
- Dramatischer Einsatz in Schelsen: Um 03:44 Uhr brannte ein Holzbau an der Straße „Am Fußfall“. Ein mutiger Nachbar versuchte die Rettung einer Person im verrauchten Gebäude, musste jedoch abbrechen. Die Feuerwehr konnte schließlich eine gehbehinderte Person unverletzt aus dem hinteren Gebäudeteil retten.
Polizei-Statistik: Gewalt und Körperverletzungen
Die Polizei Mönchengladbach verzeichnete 84 Einsätze mit direktem Silvesterbezug. Trotz der hohen Zahl an Vorfällen blieb die Lage kontrollierbar:
- Gewalt: Es gab eine einfache und drei gefährliche Körperverletzungen. Ein 48-Jähriger griff auf der Waldhausener Straße unvermittelt einen Polizisten an und landete im Gewahrsam.
- Sicherstellungen: Neben drei Festnahmen wurde auch eine Schreckschusspistole sichergestellt.
- Brennpunkte: In Odenkirchen und auf der Immelmannstraße kam es zu Schlägereien und Angriffen mit Gegenständen, die Krankenhausaufenthalte nach sich zogen.
Schockierende Angriffe auf Einsatzkräfte
Trotz der „guten“ Gesamtbilanz zeigt sich ein hässliches Gesicht der Nacht: In Mönchengladbach wurde die Besatzung eines Löschfahrzeugs beim Löschen eines Brandes massiv mit Feuerwerkskörpern beworfen und mit Raketen beschossen. Ein sicheres Arbeiten war erst möglich, nachdem die Polizei die Stelle unter Schutz gestellt hatte. Auch in Odenkirchen wurden Polizisten während Löscharbeiten aus einem Obergeschoss gezielt mit Böllern beworfen.