Jeder Blick auf die Preistafeln entlang der Aachener Straße, in Rheydt oder Wickrath treibt Autofahrern und Pendlern in Mönchengladbach derzeit die Zornesröte ins Gesicht. Es ist April 2026, und die aktuellen Spritpreise kennen nur noch eine Richtung: steil nach oben. Schon am frühen Morgen rufen die hiesigen Tankstellen für einen Liter Diesel oder Superbenzin ungeniert Summen von und bis weit über 2,20 Euro auf. Dabei sollte doch genau jetzt alles besser werden. Seit dem 1. April feiert die Bundesregierung ihre hochgelobte Wunderwaffe gegen die anhaltende Benzinpreis-Explosion: das neue Spritpreispaket mit der 12-Uhr-Regelung. Nach diesem Gesetz dürfen die Preise an der Zapfsäule nur noch ein einziges Mal am Tag – exakt um 12 Uhr mittags – angehoben werden. Danach, so das Versprechen aus Berlin, dürften die Preise nur noch fallen. Mehr Transparenz und ein Ende der Preiswillkür wurden dem Bürger versprochen. Doch die bittere Wahrheit an unseren Zapfsäulen sieht völlig anders aus.
Wer in Mönchengladbach glaubt, dass die Spritpreise nach dem mittäglichen Aufschlag im Laufe des Nachmittags signifikant nach unten korrigiert werden, prallt hart auf dem Boden der Realität auf. Die Preise verharren auf einem unerträglichen Rekordniveau, die minimalen Senkungen sind kaum der Rede wert. Statt einer echten Spritpreisbremse entpuppt sich die neue Regelung als absolute Farce, die lediglich den Zeitpunkt der Erhöhung diktiert, aber nicht die Höhe deckelt. Für viele Bürger und Unternehmer fühlt sich das Ganze zunehmend wie ein politisches Lügenkonstrukt an. Anstatt für Entlastung zu sorgen, reißt die andauernde Tank-Abzocke riesige Löcher in die Haushaltskassen von Privatleuten und stürzt mittelständische Betriebe und Speditionen am Niederrhein in existenzielle Nöte. Und die Schockwelle rollt unaufhaltsam weiter: Die horrenden Transportkosten schlagen voll auf die Logistik durch. Wer in diesen Tagen im Supermarkt einkauft, spürt hautnah, wie die Lebensmittelpreise schleichend, aber gnadenlos in die Höhe getrieben werden. Die Inflation wird direkt an der Zapfsäule befeuert.
Doch wer bereichert sich eigentlich an dieser beispiellosen Misere? Wer füllt sich in dieser Krise schamlos die Taschen? Es sind vor allem zwei Profiteure, die sich auf Kosten der Bürger die Hände reiben. Zum einen sind da die multinationalen Ölkonzerne. Das Bundeskartellamt, das eigentlich als strenger Wachhund den Kraftstoffmarkt kontrollieren und unfaire Preise unterbinden sollte, dokumentiert das Desaster mittlerweile selbst. In seinem jüngsten Bericht von Ende März 2026 stellt die Behörde fest, dass sich insbesondere beim Diesel die Großhandelspreise völlig vom eigentlichen Rohölpreis entkoppelt haben. Die Konzerne nutzen die angespannte globale Nachrichtenlage offensichtlich als Vorwand, um völlig unkontrollierte, freie Preisentscheidungen zu treffen und ihre ohnehin schon üppigen Gewinnmargen massiv auszuweiten. Und was macht das Bundeskartellamt mit seinen angeblich verschärften Befugnissen? Es schaut weitgehend zu. Da harte Beweise für explizite, illegale Preisabsprachen schwer zu erbringen sind, bleibt die Behörde faktisch ein zahnloser Beobachter. Man beobachtet die Märkte, während der Autofahrer an der Kasse ausblutet.
Der zweite große Gewinner dieser Krise sitzt im Regierungsviertel. Die Bundesregierung geriert sich zwar als Retter der Verbraucher, profitiert jedoch als stiller Teilhaber von jedem Cent, den der Kraftstoff teurer wird. Durch die enormen Abgaben, die kontinuierlich steigende CO2-Steuer und vor allem die an den Nettopreis gekoppelte Mehrwertsteuer spült das aktuelle Rekordpreisniveau astronomische Zusatzeinnahmen in die Staatskasse. Während die Politik symbolische Maßnahmen gegen Spritpreise simuliert, schaut sie dem Treiben der Mineralölkonzerne letztlich tatenlos zu . Denn die sprudelnden Steuereinnahmen rechnen sich für den Fiskus hervorragend. Solange die Regierung keine echten steuerlichen Entlastungen umsetzt, bleiben Gesetze wie die 12-Uhr-Regelung nichts weiter als eine kosmetische Nebelkerze. Das Tanken in Mönchengladbach bleibt bis auf Weiteres genau das, was die Bürger täglich ohnmächtig erleben: eine knallharte, staatlich geduldete Abzocke.

