In dem Gebäude an der Ecke Mühlenstraße, Bruckner Allee soll ein vielfältiger Nutzungsmix entstehen – inklusive Quartierswohnzimmer für die Menschen im Viertel. (© Thomas Schäckel, Montag Stiftung Urbane Räume)
Mönchengladbach – Ein umfangreiches Sanierungsvorhaben im Stadtteil Rheydt tritt in die nächste Phase. Die Stadtverwaltung hat die verwaiste Immobilie an der Kreuzung Brucknerallee und Mühlenstraße offiziell an den neuen Träger übergeben. Unter dem Namen „Eckhaus Rheydt“ soll dort bis 2029 ein gemischtes Quartierszentrum entstehen.

Mit der symbolischen Schlüsselübergabe durch Oberbürgermeister Felix Heinrichs an die Geschäftsführung der Urbanen Nachbarschaft Rheydt gGmbH wechselte die Zuständigkeit für das Gebäude an der Brucknerallee 7 / Mühlenstraße 61–63. Das Projekt zielt darauf ab, den prominenten Leerstand in zentraler Lage wieder einer Nutzung zuzuführen. Die Stadt Mönchengladbach überlässt die Immobilie im Erbbaurecht und verzichtet zur Förderung des Vorhabens auf den Erbbauzins.
Nutzungsmix aus Wohnen, Bildung und Begegnung
Das Konzept der Urbanen Nachbarschaft Rheydt sieht für die insgesamt rund 2.700 Quadratmeter Mietfläche eine Mischnutzung vor. Etwa die Hälfte der Fläche ist für Wohnraum eingeplant. Vorgesehen sind sieben geförderte Wohnungen für Familien sowie drei Wohngemeinschaften, die sich primär an Auszubildende und Studierende richten.
Neben der Wohnnutzung plant die Hochschule Niederrhein, Flächen im Umfang von rund 250 Quadratmetern zu belegen. Weitere Bereiche sollen als Büro-, Atelier- und Coworking-Flächen sowie für städtische Familienangebote dienen. Ein zentrales Element des Entwurfs ist das sogenannte „Quartierswohnzimmer“. Auf rund 70 Quadratmetern soll hier, ergänzt durch einen angrenzenden Innenhof, ein kostenfreier und offener Treffpunkt für die Anwohner entstehen.
Investition und Zeitplan
Die bauliche Umsetzung des Vorhabens erfordert erhebliche finanzielle Mittel. Die Projektverantwortlichen kalkulieren aktuell mit Baukosten in Höhe von rund 7,4 Millionen Euro. Die Finanzierung soll sich aus Eigenmitteln, Fremdkapital und Fördermitteln zusammensetzen.
Der Zeitplan sieht vor, dass die umfassenden Sanierungsarbeiten Mitte 2027 beginnen und bis Mitte 2029 abgeschlossen sein sollen. Bis zum Baustart wird das Gebäude jedoch nicht leer stehen. Das Projektteam nutzt bereits provisorische Büroräume vor Ort und plant Zwischennutzungen, um die Vernetzung im Viertel voranzutreiben.
Strategische Bedeutung für Rheydt
Das Projekt basiert auf dem „Initialkapital-Prinzip“ der Montag Stiftung Urbane Räume. Ziel ist eine langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit durch Mieteinnahmen bei gleichzeitiger Gemeinwohlorientierung. Für die Stadtplanung in Mönchengladbach ist die Reaktivierung des Gebäudes von strategischer Relevanz. Es liegt an einer wichtigen städtebaulichen Achse zwischen dem Lankes-Gelände und dem Rheydter Marktplatz. Oberbürgermeister Heinrichs verwies bei der Übergabe auf die Bedeutung dieser Verbindung für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils.