Die heute veröffentlichte ADAC-Staubilanz für das Jahr 2025 bestätigt einen Trend, der Pendlern in und um Mönchengladbach täglich graue Haare beschert: Die Geduldsprobe auf den Autobahnen wird immer zeitintensiver. Obwohl die reine Anzahl der Staus im Vergleich zum Vorjahr bundesweit sogar leicht zurückgegangen ist, standen Autofahrer in Summe deutlich länger im Stillstand. Nordrhein-Westfalen festigt dabei seinen zweifelhaften Ruf als Stau-Hauptstadt Deutschlands und verantwortet allein über ein Drittel der gesamten Staustunden der Republik.
Besonders im 20-Kilometer-Radius um Mönchengladbach zeigt sich ein konzentriertes Bild der Verkehrsbelastung. Die Hauptschlagadern A52, A61 und A44 bilden ein Dreieck, das im vergangenen Jahr kaum zur Ruhe kam. Während die A52 zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf – insbesondere am Kreuz Neersen – ein Dauerbrenner für morgendliche Verzögerungen blieb, rückte die A61 durch massive Baumaßnahmen und Brückensanierungen noch stärker in den Fokus. Hier sind es vor allem die Abschnitte rund um Wickrath, Rheydt und das Autobahnkreuz Wanlo, die den Verkehrsfluss regelmäßig zum Erliegen bringen. Die Analysen machen deutlich, dass nicht mehr nur der klassische Berufsverkehr das Problem ist; durch die schiere Masse an Baustellen reichen kleinste Zwischenfälle oder eine erhöhte Verkehrsbelastung an Werktagen wie dem Mittwoch oder Donnerstag aus, um kilometerlange Stillstände zu provozieren.
| Region / Vergleichswert | NRW Gesamt (2024) | NRW Gesamt (2025) | Veränderung |
| Staustunden (ca.) | 154.964 Std. | 167.300 Std. | + 8,0 % |
| Stau-Kilometer (Gesamt) | 225.400 km | 232.100 km | + 3,0 % |
| Anteil am Bundesgebiet | 34 % | 35 % | + 1,0 % |
Betrachtet man die lokalen Hotspots im direkten Umkreis von Mönchengladbach, lässt sich eine klare Rangliste der Belastungen erstellen. Das Nadelöhr schlechthin bleibt die Verbindung Richtung Landeshauptstadt, gefolgt von der Nord-Süd-Achse der A61, die als Transitstrecke für den Schwerlastverkehr fungiert. Die folgende Übersicht zeigt die kritischsten Punkte innerhalb der 20-Kilometer-Zone:
| Autobahn | Abschnitt (Hotspot) | Hauptursache 2025 | Belastungsspitze |
| A52 | Kreuz Neersen – Schiefbahn | Überlastung / Pendler | 07:00 – 09:00 Uhr |
| A61 | MG-Wickrath – Wanlo | Baustellen / Brücken | 15:00 – 18:00 Uhr |
| A44 | Jackerath – Neersen | Zubringerlast / Engstellen | Vormittags |
| A57 | Kreuz Neuss-West | Verflechtungsverkehr | Ganztägig |
Interessant ist die Verschiebung der Stauzeiten. Während der Freitagvormittag statistisch gesehen der stauärmste Zeitraum unter der Woche ist, schlägt die Kurve ab Mittag extrem nach oben aus. Wer die Region Mönchengladbach am Wochenende verlassen möchte, hatte 2025 – abgesehen von den Ferienzeiten – meist freie Fahrt. Doch die Prognose für 2026 verspricht vorerst keine Entspannung. Die Experten des ADAC gehen davon aus, dass die Staustunden in unserer Region auf hohem Niveau verharren oder sogar leicht steigen werden. Der Grund ist simpel: Die marode Infrastruktur, insbesondere die sanierungsbedürftigen Autobahnbrücken im Rheinland, erfordert massive Eingriffe. Allein im NRW-Netz werden zeitgleich oft über 600 Baustellen betrieben, was die Kapazitäten der Ausweichstrecken überfordert.
Für das laufende Jahr sollten sich Autofahrer darauf einstellen, dass vor allem die Dienststage und Mittwoche die kritischsten Tage bleiben. Eine Entlastung durch das Deutschlandticket ist zwar spürbar, wird aber durch das stabile Niveau des Individualverkehrs und den wachsenden Lieferverkehr fast vollständig kompensiert. Wer flexibel ist, sollte Fahrten in Richtung Neuss und Düsseldorf nach 09:30 Uhr oder vor 14:30 Uhr planen. Die Analyse zeigt unmissverständlich: Zeit ist auf den Straßen rund um Mönchengladbach mittlerweile das kostbarste Gut, und eine gute Vorab-Information über Echtzeit-Verkehrsdaten ist der einzige Weg, um nicht Teil der nächsten Statistik zu werden.
Dieser YouTube Bericht zur Staulage fasst die aktuellen Herausforderungen auf den Autobahnen zusammen und zeigt auf, warum Autofahrer in Nordrhein-Westfalen weiterhin besonders viel Geduld benötigen.