In Mönchengladbach stehen die Zeichen in den Wohngebieten verstärkt auf Entschleunigung. Der Ausschuss für Umwelt und Mobilität hat ein umfangreiches Paket verabschiedet, das die Einrichtung oder Erweiterung von insgesamt 22 Tempo-30-Zonen vorsieht. Ab 2027 sollen die Maßnahmen für leisere Straßen und eine höhere Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer sorgen.
Die Stadt setzt damit einen Kurs fort, der bereits im Jahr 2021 mit der Planung von 36 Zonen begonnen wurde. Während diese ersten Maßnahmen laut Verwaltung fast vollständig abgeschlossen sind, folgt nun die nächste Stufe der Netzverdichtung. Das Ziel der Planer ist klar definiert: Überall dort, wo der Wohncharakter überwiegt und nur wenig Durchgangsverkehr fließt, soll die Geschwindigkeit gedrosselt werden.
Fokus auf Lückenschluss und Wohnqualität
Das neue Paket besteht aus einer Mischung von punktuellen Ergänzungen und großflächigen Neuregelungen. Ein markantes Beispiel für eine großflächige Ausweitung findet sich im Ortsteil Herrath, wo rund ein Kilometer entlang der Seidenweberstraße und angrenzender Nebenwege zur Tempo-30-Zone wird. In anderen Bereichen, etwa in Bonnenbroich, geht es hingegen um den Lückenschluss – hier wird eine bestehende Zone um ein kurzes Teilstück von 150 Metern ergänzt.
In den Stadtbezirken Nord, Süd, Ost und West werden zahlreiche Straßenzüge angepasst. Prominente Beispiele sind die Bereiche um die Hehner Straße in Holt, die Eickener Höhe oder die Volksgartenstraße. Die Auswahl der betroffenen Straßen basiert laut Stadtverwaltung auf fachlichen Abwägungsprozessen, dem Lärmaktionsplan sowie gezielten Prüfaufträgen aus der Politik.
Ausnahmen für den Verkehrsfluss
Trotz des Fokus auf Beruhigung bleibt die Funktionsfähigkeit des Hauptstraßennetzes gewahrt. Straßen mit einer zentralen Verbindungsfunktion sind von den neuen Regelungen ausgenommen. So wurde die Reyerhütter Straße explizit geprüft, jedoch aufgrund ihres hohen Verkehrsaufkommens und der bestehenden Ampelinfrastruktur als ungeeignet für eine Tempo-30-Zone eingestuft.
Auch für Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs sind keine nennenswerten Einschränkungen zu erwarten. Zwar verlaufen durch fünf der neuen Zonen Buslinien der NEW, die prognostizierten Fahrzeitverlängerungen bewegen sich jedoch lediglich im Bereich weniger Sekunden.
Umsetzung ab 2027
Die Stadt kalkuliert für die Installation der neuen Beschilderungen und Fahrbahnmarkierungen mit Gesamtkosten von rund 142.000 Euro. Geduld ist allerdings noch gefragt: Die schrittweise Realisierung der 22 Maßnahmen ist für den Zeitraum 2027 bis 2028 vorgesehen.