Die Hoffnung auf zwei der begehrten Eintrittskarten für eine eigentlich längst ausverkaufte Karnevalsparty endete für einen Mönchengladbacher nicht im Festzelt, sondern auf der Polizeiwache. Der 41-Jährige wurde in der vergangenen Woche Opfer einer besonders perfiden Betrugsmasche, die gezielt die Knappheit des Angebots und die Vorfreude der Narren ausnutzt. Dabei setzten die Täter auf einen psychologischen Kniff, der das Opfer in falscher Sicherheit wiegen sollte.
Alles begann in einer Facebook-Gruppe, einem der typischen digitalen Marktplätze, auf denen kurz vor den tollen Tagen noch verzweifelt nach Restkarten gesucht wird. Eine Nutzerin bot dort angeblich Tickets für eine populäre Veranstaltung an. Der Mönchengladbacher nahm über den Facebook-Messenger Kontakt auf, man wurde sich schnell handelseinig. Um Vertrauen zu simulieren, verlangte die angebliche Verkäuferin zunächst nur die Hälfte des vereinbarten Kaufpreises. Der Mann willigte ein und beging dabei den entscheidenden Fehler: Er überwies das Geld via PayPal über die Option „Familie und Freunde“. Diese Funktion ist gebührenfrei, bietet jedoch im Gegensatz zur geschäftlichen Abwicklung keinerlei Käuferschutz.
Was den Fall von plumperen Betrugsversuchen unterscheidet, ist das scheinbare Entgegenkommen der Täterin. Nach der ersten Teilzahlung erhielt der Käufer tatsächlich eine Datei – eine passwortgeschützte PDF. Das suggerierte ihm, die Tickets seien bereits in seinem Besitz, nur der digitale Schlüssel fehle noch. In der Annahme, nur noch einen kleinen Schritt vom Ziel entfernt zu sein, überwies der 41-Jährige auch die zweite Hälfte des Betrages. Doch statt des ersehnten Passworts folgte eine neue Forderung. Dreist verlangte die Unbekannte nun eine plötzlich erfundene „Servicepauschale“. An diesem Punkt realisierte der Mann, dass er in eine Falle getappt war. Er verweigerte die dritte Zahlung und forderte sein Geld zurück, woraufhin die Kommunikation abrupt abbrach. Der Mönchengladbacher erstattete Anzeige, doch das Geld dürfte aufgrund der gewählten Zahlungsmethode verloren sein. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang immer wieder davor, bei Geschäften mit Unbekannten auf Absicherungen zu verzichten.