Die intensiven Bauarbeiten und das Sperrungs-Wochenende haben sich ausgezahlt: Die neue Behelfsbrücke über die Theodor-Heuss-Straße in Mönchengladbach ist erfolgreich montiert worden. Nach der planmäßigen Vollsperrung Fußgänger erhalten bald ihre direkte Verbindung zurück.
Wer am vergangenen Wochenende (12. bis 14. Juni) in der Mönchengladbacher Innenstadt unterwegs war, musste Geduld mitbringen. Um den Überbau der temporären Brücke sicher an seinen Platz zu hieven, war eine komplette Vollsperrung der Theodor-Heuss-Straße zwischen Fliethstraße und Hofstraße unumgänglich. Innerhalb dieses straffen Zeitfensters von nur gut 48 Stunden leisteten die Bautrupps absolute Maßarbeit. Die Herausforderung dabei: Die Brücke überspannt nicht nur die viel befahrene mehrspurige Fahrbahn, sondern auch das direkt angrenzende Bahngleisbett.

Treppenturm an der Johannesstraße sichert den Aufstieg
Die neue Konstruktion dient als unverzichtbarer, vorläufiger Ersatz für die alte Fußgängerbrücke, die im vergangenen Jahr aufgrund massiver statischer Mängel (zu hoher Chloridgehalt im Beton) kurzfristig gesperrt und abgerissen werden musste. Um den Höhenunterschied zu überwinden, wurde parallel in der Johannesstraße ein neuer Treppenturm errichtet, an dem die Konstruktion andockt. Der dortige Straßenabschnitt war für die Vormontage ebenfalls gesperrt worden.
Darum ist das Bauwerk (noch) nicht barrierefrei
In den sozialen Netzwerken kam im Vorfeld oft die Frage auf, warum eine neu errichtete Brücke keine Rampen oder Aufzüge hat. Der Grund dafür ist bautechnisch simpel: Es handelt sich um ein reines Provisorium. Eine barrierefreie Ausstattung dieser temporären Stahlkonstruktion wäre logistisch in der Kürze der Zeit und wirtschaftlich nicht sinnvoll umsetzbar gewesen.
Die Stadt Mönchengladbach hat sich bewusst für diesen schnellen Zwischenschritt entschieden, um überhaupt erst einmal wieder einen sicheren Übergang zu gewährleisten. Diese Hilfsbrücke soll nun für rund zwei Jahre genutzt werden, die Baukosten für die Konstruktion betragen 400.000 Euro. Im Hintergrund laufen derweil die Planungen für die Zukunft: Derzeit werden verschiedene Varianten für einen endgültigen Neubau geprüft. Bei dieser dauerhaften Lösung wird eine barrierefreie Querungsmöglichkeit dann fest verankert sein.
Haltestellen bald wieder regulär angefahren
Mit dem erfolgreichen Einhub des Überbaus ist der größte und schwierigste Schritt nun getan. In den kommenden Tagen erfolgen noch Restarbeiten, bevor die Behelfsbrücke offiziell für die Fußgänger freigegeben wird. Das hat auch positive Auswirkungen auf den ÖPNV: Die Bushaltestelle „Theodor-Heuss-Straße“ wird nach der kompletten Freigabe wieder regulär in beide Richtungen angefahren.