
Ein vermeintlicher Rohrbruch in einem leerstehenden Mehrfamilienhaus an der Prinzenstraße in Rheydt hat in der Nacht zu Montag einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Statt eines Wasserrohrschadens stießen die Einsatzkräfte vor Ort auf eine professionell betriebene Indoor-Cannabisplantage.
Polizeifund mitten in Rheydt
Gegen 1.20 Uhr meldete ein aufmerksamer Bürger den Vorfall, da aus dem Gebäude eine stark riechende Flüssigkeit austrat. Als Feuerwehr und Polizei Mönchengladbach das leerstehende Haus betraten, fanden sie keine Leckage vor, sondern eine illegale Anlage zur Aufzucht von Betäubungsmitteln.
Die Ermittler stellten eine Vielzahl von Cannabispflanzen fest, die bereits in einem fortgeschrittenen Wachstumsstadium waren. Neben etwa 1.000 Pflanzen fanden die Beamten eine aufwendige technische Ausstattung, bestehend aus Be- und Entlüftungsanlagen, automatischen Bewässerungssystemen sowie einer massiven Verkabelung zur Stromversorgung.
Stromabschaltung im Straßenzug nötig
Der Betrieb einer solchen Anlage ist nicht nur illegal, sondern birgt erhebliche Sicherheitsrisiken. Aufgrund der gefährlichen Elektroinstallationen musste das Haus umgehend vom Stromnetz getrennt werden.
Für diese Sicherungsmaßnahmen durch die NEW musste die Stromzufuhr für den gesamten angrenzenden Straßenzug kurzzeitig unterbrochen werden. Eine beauftragte Fachfirma baute das gesamte Equipment sowie die Pflanzen unter Aufsicht der Polizei zurück; die sichergestellte Ernte wurde anschließend vernichtet.
Ermittlungen dauern an
In dem Gebäude wurde zudem ein Bereich entdeckt, der offenbar als Wohnraum eingerichtet worden war. Der Betreiber der Plantage muss sich nun einem Strafverfahren wegen des unerlaubten Anbaus von Cannabis in nicht geringer Menge stellen.
Wer Informationen zu den Hintergründen oder den Verantwortlichen hat, kann sich bei der Polizei Mönchengladbach melden. Da es sich um ein leerstehendes Gebäude handelte, bleibt abzuwarten, wie lange die Plantage dort bereits unbemerkt betrieben werden konnte.