Bonnie Tyler ist tot. Die walisische Sängerin, die mit ihrer unverwechselbar rauen Stimme Welthits wie „Total Eclipse of the Heart“, „It’s a Heartache“ und „Holding Out for a Hero“ prägte, starb im Alter von 75 Jahren in einem Krankenhaus in Portugal. Das berichteten unter anderem Reuters, AP und der Guardian unter Berufung auf ihre Familie beziehungsweise ihr Team. Tyler war zuvor wegen einer schweren Erkrankung in Behandlung; bereits im Mai war sie in Faro notoperiert worden.
Geboren wurde Bonnie Tyler am 8. Juni 1951 als Gaynor Hopkins im walisischen Skewen nahe Swansea. Sie wuchs in einfachen Verhältnissen als Tochter eines Bergarbeiters auf. Musik gehörte früh zu ihrem Leben: Sie sang zunächst in lokalen Clubs, arbeitete zeitweise in einem Lebensmittelgeschäft und wurde später von einem Talentscout entdeckt.
Ihr erster großer Erfolg kam 1976 mit „Lost in France“. Kurz darauf folgte „It’s a Heartache“, der sie international bekannt machte. Ihre markante Stimme entstand nach einer Operation an den Stimmbändern im Jahr 1977. Nach dem Eingriff veränderte sich ihre Stimme dauerhaft – ausgerechnet dieser raue Klang wurde später zu ihrem musikalischen Markenzeichen.
Der endgültige Durchbruch gelang Tyler 1983 mit „Total Eclipse of the Heart“. Die dramatische Powerballade, geschrieben von Jim Steinman, wurde in Großbritannien und den USA ein Nummer-eins-Hit und entwickelte sich zu einem der bekanntesten Popsongs der 80er-Jahre. Auch „Holding Out for a Hero“ wurde zu einem Klassiker und blieb durch Filme, Serien und Werbung über Jahrzehnte präsent.
Während ihre Erfolge in Großbritannien und den USA später nachließen, blieb Bonnie Tyler besonders in Europa populär. 2013 vertrat sie Großbritannien beim Eurovision Song Contest in Malmö mit „Believe in Me“. Für ihre Verdienste um die Musik wurde sie mit dem britischen Orden MBE ausgezeichnet.
Privat war Tyler seit 1973 mit Robert Sullivan verheiratet. Das Paar hatte keine Kinder. Nach Angaben der AP starb sie unerwartet in Portugal, wo sie behandelt wurde. Ihre offizielle Webseite hatte bereits im Mai und Juni über ihren Gesundheitszustand informiert: Tyler war nach einer Notoperation in Portugal intensivmedizinisch behandelt worden, lag zeitweise im künstlichen Koma und musste mehrere Auftritte absagen.
Bonnie Tyler hinterlässt ein musikalisches Erbe, das weit über die 80er-Jahre hinausreicht. Ihre Stimme war nicht glatt, nicht angepasst, nicht austauschbar. Sie klang nach Bruch, Kraft und Gefühl. Genau deshalb wurde sie unverwechselbar. Mit ihrem Tod verliert die Popmusik eine Sängerin, deren Songs für viele Menschen mit Erinnerungen, großen Gefühlen und einer ganzen Epoche verbunden bleiben.