
Die Neugestaltung des Mühlentorplatzes in Rheindahlen nähert sich dem Abschluss. Nach Angaben der Stadt sollen die wesentlichen Bauarbeiten voraussichtlich bis Ende August beendet sein. Anschließend ist eine Ruhephase für den neuen Oberflächenbelag vorgesehen. Der Parkplatz soll deshalb erst Mitte September wieder freigegeben werden. Die Bepflanzung ist für den Herbst geplant. Danach soll der Platz offiziell eröffnet werden.
Seit dem Baubeginn im April 2025 wird der zentrale Platz im Stadtteil umfassend umgestaltet. Ziel ist es, den Bereich sowohl funktional als auch gestalterisch aufzuwerten und gleichzeitig den öffentlichen Raum besser nutzbar zu machen.
Neuer Mittelpunkt vor der Kirche
Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt auf dem Platz vor der St.-Helena-Kirche. Dort entsteht künftig der zentrale Aufenthaltsbereich. Neben dem Wochenmarkt sollen hier Sitzgelegenheiten, ein langes Stadtsofa sowie zusätzliche Beleuchtung den Platz attraktiver machen.
Für den Wochenmarkt wurden bereits unterirdische Anschlüsse vorbereitet, über die Händler später mit Strom versorgt werden können. Die technische Infrastruktur soll einen regelmäßigen Marktbetrieb ermöglichen.
Mehr Grün und weiterhin Parkplätze
Auch der Parkplatz erhält ein neues Erscheinungsbild. Große Pflanzflächen und Hochbeete sollen künftig den Charakter des Areals prägen. Insgesamt sind 27 Spalierbäume sowie zahlreiche Stauden und Gräser vorgesehen. Die Beete werden von Einfassungen aus Cortenstahl umgeben, die ihre typische rostbraune Oberfläche erst mit der Zeit entwickeln.
Trotz der Umgestaltung bleibt das Stellplatzangebot erhalten. Geplant sind weiterhin 44 kostenfreie Parkplätze, darunter zwei Ladeplätze für Elektrofahrzeuge. Zusätzlich entstehen 27 Fahrradabstellbügel rund um den Platz.
Barrierefreie Nutzung stand im Fokus
Nach Angaben der Stadt spielte die Barrierefreiheit bei der Planung eine zentrale Rolle. Alle Bereiche des Platzes sollen über mindestens einen barrierefreien Zugang erreichbar sein. Auch das verwendete Kleinsteinpflaster wurde so ausgeführt, dass es grundsätzlich mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen befahren werden kann.
Je nach Nutzung mussten einzelne Flächen unterschiedlich aufgebaut werden. Während der Bereich des Wochenmarktes ein besonders belastbares Fundament erhält, kamen an anderen Stellen offen verfugte Pflasterflächen zum Einsatz.
Besondere bauliche Herausforderungen
Die Arbeiten sind laut Stadt technisch anspruchsvoll. Ein Teil des Parkplatzes befindet sich oberhalb der Tiefgarage der Sparkasse. Im Zuge des Projekts wurde deren Decke erneuert und neu abgedichtet. Während der Bauphase sorgen zusätzliche Stützen innerhalb der Tiefgarage für die notwendige Tragfähigkeit.
Hinzu kamen mehrere archäologische Entdeckungen. Während der Bauarbeiten wurden unter anderem ein Luftschutzbunker, menschliche Knochen im Bereich der Kirche sowie Mauerreste des historischen Rathauses dokumentiert. Die Funde wurden archäologisch begleitet.
Restarbeiten bis in den Herbst
In den kommenden Wochen sollen zunächst die Arbeiten vor der Kirche und im Bereich der Beecker Straße abgeschlossen werden. Anschließend folgen die Flächen vor der Apotheke sowie der Straßenabschnitt Am Mühlentor. Den Abschluss bilden die Pflanzarbeiten während der Herbstsaison.
Während der gesamten verbleibenden Bauzeit sollen die umliegenden Geschäfte weiterhin erreichbar bleiben.
Hintergrund
Die Umgestaltung des Mühlentorplatzes ist das größte Einzelprojekt innerhalb des Stadtumbauprogramms für Rheindahlen. Weitere Maßnahmen des Förderprogramms sind unter anderem die bereits modernisierte Beecker Straße, der Historische Rundweg sowie die geplante Aufwertung des Platzes am Kleinen Driesch.
Nach Angaben der Stadt belaufen sich die veranschlagten Kosten auf rund 3,2 Millionen Euro. Etwa 80 Prozent der Summe werden über das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ von Bund und Land finanziert.