
Wenn die Dunkelheit über Schloss Dyck hereinbricht, verändert sich der historische Park grundlegend: Bäume beginnen zu leuchten, Licht wandert über Wiesen und Fassaden, zwischen den Gehölzen tauchen fantastische Welten auf. Vom 4. bis 19. September 2026 verwandelt das Lichtfestival Schloss Dyck den weitläufigen Schlosspark bei Jüchen jeden Abend in eine außergewöhnliche Kulisse aus Licht, Klang, Bewegung und Projektionen.
Am Freitag, 4. September, fällt der Startschuss für das diesjährige Lichtfestival. Insgesamt 15 künstlerisch inszenierte Spielorte verteilen sich über den Park und bilden einen nächtlichen Rundgang. Internationale Künstler und Kreativstudios verbinden dabei moderne Lichttechnik mit der historischen Architektur und der Landschaft rund um das Wasserschloss.
Das Konzept und die Produktion stammen von der niederländischen Produktionsfirma Lumen in Art. Das Ziel: Der bekannte Park soll nach Einbruch der Dunkelheit völlig anders wahrgenommen werden. Projektionen treffen auf jahrhundertealte Bäume, Lichtinstallationen spiegeln sich im Wasser und Besucher werden an mehreren Stationen selbst Teil der Inszenierung.
Historisches Schloss wird selbst zum Kunstwerk
Einer der Höhepunkte des Lichtfestivals wartet unmittelbar am Hochschloss. Auf dessen Ostfassade wird ein aufwendiges Video-Mapping projiziert.
Dabei dient die historische Fassade nicht einfach als große Leinwand. Formen und Strukturen des barocken Gebäudes werden gezielt in die Projektion einbezogen. Architektur, Licht und bewegte Bilder verschmelzen dadurch zu einer gemeinsamen Inszenierung.
Auch die Torburg bekommt während des Festivals ein vollkommen anderes Erscheinungsbild. Bei der Installation „Chromolite“ von Werff Design treffen Projektionen, Farben und Bewegung auf die historische Architektur.
Gerade dieser Kontrast prägt das Lichtfestival: Die mehrere Jahrhunderte alte Schlossanlage bleibt sichtbar – und wird gleichzeitig mit moderner Licht- und Projektionstechnik neu interpretiert.
15 Lichtwelten führen durch den nächtlichen Park
Wer den Rundweg beginnt, bewegt sich nicht einfach von einer beleuchteten Sehenswürdigkeit zur nächsten. Die einzelnen Stationen unterscheiden sich bewusst voneinander.
Mal stehen Licht und Architektur im Mittelpunkt, mal Musik und Natur. An anderen Stellen reagieren Installationen auf die Besucher oder laden ausdrücklich dazu ein, selbst Teil des Kunstwerks zu werden.
Im Asia-Schaugarten beginnt diese Reise mit „Utsukushi teien“. Licht, japanische Musik und Naturgeräusche sollen dort eine eigene Atmosphäre schaffen.
Deutlich spektakulärer geht es bei „Himmelsschrift“ zu. Lichtstrahlen ziehen über dem Orangerieparterre in den Nachthimmel und formen eine dreidimensionale Lichtskulptur.
An der Barockbrücke wartet mit den „bronzenen Kreisen des Lichts“ eine weitere Installation. Leuchtende Ringe scheinen über der Wasserfläche zu schweben. Gerade durch die Spiegelungen im Wasser entsteht hier eine besondere Verbindung zwischen Landschaft und Lichtkunst.
Durch ein Portal aus Licht
An anderer Stelle können Besucher die Installation nicht nur betrachten, sondern regelrecht betreten.
Das „Portal der Lichter“ von Studio Sensito bildet einen begehbaren Lichttunnel. Farben pulsieren und verändern sich, während die Besucher durch die Installation laufen.
Noch stärker rückt die Natur bei der „Konferenz der Bäume“ in den Mittelpunkt. Der Wald wird hier akustisch inszeniert. Die Bäume erhalten gewissermaßen eine eigene Stimme und der Spaziergang durch den Park wird zu einem Hörerlebnis.
Bei den „Blüten der Magie“ von FlorumLAb wiederum reagieren überdimensionale leuchtende Blumen auf die Menschen vor ihnen. Nähern sich Besucher den Lichtobjekten, beginnen sich die Blüten zu öffnen.
Damit bleibt es nicht beim klassischen Prinzip „Kunstwerk anschauen“. Die Bewegung des Publikums beeinflusst unmittelbar das, was zu sehen ist.
Besucher werden selbst Teil der Lichtkunst
Besonders deutlich wird dieser Ansatz bei „Walk in the Canvas 3.0“.
Bäume und Wege verwandeln sich durch Projektionen in eine begehbare Leinwand. Wer sich durch die Installation bewegt, wird selbst Bestandteil des Kunstwerks. Die Grenzen zwischen Zuschauer, Landschaft und Projektion verschwimmen.
Auf der Kelzenberger Bachwiese setzt sich das Spiel mit der Umgebung fort. Beim „Tanz der Lichtwellen“ bewegen sich Projektionen über die Wiese und beziehen Bäume und Sträucher in das Farb- und Lichtspiel ein.
„Im Fluss der Fantasie“ geht noch einen Schritt weiter. Besucher bewegen sich dort durch wechselnde Projektionswelten aus Licht und Bewegung. Realität und künstlich erzeugte Bildwelten sollen dabei ineinander übergehen.
Plötzlich liegt ein Ozean mitten im Wald
Zu den ungewöhnlichsten Motiven des diesjährigen Festivals dürfte „Ozeanwelten im Wald“ gehören.
Mitten zwischen den Bäumen erscheinen leuchtende Meeresbewohner und Unterwasserlandschaften. Eine Umgebung, die eigentlich eindeutig zum Schlosspark gehört, verwandelt sich optisch in eine Unterwasserwelt.
An anderer Stelle lodert dagegen ein Feuer, das gar keines ist. Bei „Das Feuer aus Licht“ entsteht ein großes künstliches Lagerfeuer. Goldene und rote Lichtstrahlen imitieren aufsteigende Flammen und schaffen einen Treffpunkt innerhalb des Rundwegs.
Das „Wohnzimmer des Waldes“ setzt auf eine ruhigere Inszenierung. Lampen werden optisch zu Lichtblumen und bewegen sich zwischen den Bäumen auf und ab. Der Wald erhält dadurch für einige Momente den Charakter eines surrealen Wohnraums unter freiem Himmel.
Tanzen ausdrücklich erwünscht
Stillstehen müssen Besucher beim Lichtfestival allerdings nicht überall.
Die „Diskothek der Baumallee“ verwandelt eine Baumreihe in eine interaktive Licht- und Tanzlandschaft. Farbe, Rhythmus und Bewegung bestimmen die Installation – und die Besucher sind ausdrücklich eingeladen, gemeinsam mit den illuminierten Bäumen zu tanzen.
Eine weitere interaktive Station wartet im Stallhof.
Beim „Visual Piano“ des Künstlers Kurt Laurenz Theinert werden Töne beziehungsweise Anschläge unmittelbar in visuelle Reaktionen übersetzt. Der Stallhof verwandelt sich damit in einen audiovisuellen Raum, in dem Licht und Klang direkt miteinander verbunden sind.
So reicht die Bandbreite der 15 Stationen von stillen, atmosphärischen Installationen bis zu Orten, an denen das Publikum aktiv in das Geschehen einbezogen wird.
Vier Stunden Lichtkunst pro Abend
Das Lichtfestival Schloss Dyck findet vom 4. bis einschließlich 19. September 2026 statt. Die Veranstaltung läuft täglich von 20 bis 24 Uhr.
Der Einlass beginnt bereits um 18 Uhr, die eigentlichen Lichtinszenierungen starten mit Einbruch der Dunkelheit. Kassenschluss ist um 23 Uhr.
Die Stiftung Schloss Dyck empfiehlt Besuchern, die besonders stark frequentierte Zeit zwischen 19.30 und 20.30 Uhr nach Möglichkeit zu umgehen.
Damit kann es sich durchaus lohnen, den Besuch etwas später zu beginnen. Die Inszenierungen entfalten ihre Wirkung ohnehin erst mit zunehmender Dunkelheit.
Tickets für Erwachsene kosten online 21 Euro
Für Erwachsene kostet das Online-Ticket 21 Euro. Ermäßigte Karten werden für 15 Euro angeboten. Kinder zwischen sieben und 16 Jahren zahlen online 3,50 Euro, Kinder bis einschließlich sechs Jahre haben freien Eintritt.
An der Tageskasse liegen die Preise bis zu einen Euro über den Onlinepreisen.
Da die Besucherzahl pro Veranstaltungstag begrenzt ist, empfiehlt die Stiftung ausdrücklich den Kauf eines Online-Tickets. Restkarten werden an der Abendkasse nur angeboten, wenn die maximale Auslastung für den jeweiligen Tag noch nicht erreicht ist.
Wichtig für Besucher: Bereits gekaufte Eintrittskarten können nach Angaben des Veranstalters weder umgetauscht noch auf einen anderen Veranstaltungstag umgebucht werden.
Inhaber der ArtCard und der Jahreskarte PLUS erhalten freien Eintritt. Für Besitzer einer Jahreskarte PARK gelten reduzierte Zuzahlungen.
Essen und Getränke bis in die Nacht
Auch gastronomisch ist das Festival auf einen längeren Abend ausgelegt.
Im Bereich der Orangerie können Besucher Getränke und Snacks erhalten. Zusätzlich öffnet das Restaurant Schloss Dyck während des Lichtfestivals länger.
Am Eröffnungsfreitag, 4. September, ist das Restaurant bis 24 Uhr geöffnet. Zwischen 18 und 21 Uhr wird Abendessen angeboten. Für das Abendessen empfiehlt Schloss Dyck eine Reservierung.
Damit lässt sich der Besuch des Festivals beispielsweise mit einem frühen Abendessen verbinden, bevor es bei vollständiger Dunkelheit auf den Rundweg geht.
Kostenlose Parkplätze für Besucher
Schloss Dyck befindet sich in Jüchen und liegt damit unmittelbar zwischen den Ballungsräumen Mönchengladbach, Neuss und Düsseldorf.
Für Besucher des Lichtfestivals stehen nach Angaben der Stiftung kostenlose Parkmöglichkeiten zur Verfügung.
Gerade am Eröffnungswochenende und an den Wochenenden während des Festivals ist mit erhöhtem Besucheraufkommen zu rechnen. Die Begrenzung der verfügbaren Tickets soll verhindern, dass der Park während der Veranstaltung überfüllt wird.
Wenn aus einem Schlosspark eine andere Welt wird
Das Besondere am Lichtfestival liegt nicht allein in der Größe einzelner Projektionen. Entscheidend ist die Verbindung mit der Umgebung.
Ein beleuchteter Baum bleibt Teil eines historischen Landschaftsparks. Eine Projektion auf der Schlossfassade trifft auf jahrhundertealte Architektur. Leuchtende Meeresbewohner erscheinen dort, wo normalerweise nur Bäume und Wege zu sehen sind.
Genau mit diesen Gegensätzen arbeitet das Festival.
Während Schloss Dyck tagsüber vor allem für Gartenkunst, Landschaftsarchitektur und seine historische Schlossanlage steht, übernimmt nach Sonnenuntergang moderne Lichtkunst die Regie.
Für etwas mehr als zwei Wochen wird aus dem Schlosspark deshalb jeden Abend eine eigene Welt – und am Freitag, 4. September 2026, gehen dafür erstmals in diesem Jahr die Lichter an.
Lichtfestival Schloss Dyck 2026 – die wichtigsten Informationen
Termin: 4. bis 19. September 2026
Eröffnung: Freitag, 4. September 2026
Veranstaltungszeit: täglich 20 bis 24 Uhr
Einlass: ab 18 Uhr
Beginn der Lichtinszenierungen: bei Einbruch der Dunkelheit
Kassenschluss: 23 Uhr
Ort: Schloss Dyck, 41363 Jüchen
Installationen: 15 Spielorte im Schlosspark
Online-Eintritt: Erwachsene 21 Euro, ermäßigt 15 Euro, Kinder 7–16 Jahre 3,50 Euro, Kinder bis 6 Jahre kostenlos
Parken: kostenlos
Konzept und Produktion: Lumen in Art
Veranstalter: Stiftung Schloss Dyck