
Nur wenige Wochen vor dem ersten Schultag laufen auf dem Gelände der neuen Gesamtschule an der Breite Straße die letzten Arbeiten. Anfang September soll dort der Unterricht für den ersten Jahrgang beginnen. Bei einem Rundgang durch das Gebäude wurde deutlich: Obwohl es sich um eine Übergangslösung handelt, erinnert kaum etwas an ein klassisches Provisorium.
Bereits Mitte Juli konnten die 108 Schülerinnen und Schüler des ersten Jahrgangs gemeinsam mit ihren Familien das Gebäude kennenlernen. Nun verschaffte die Stadt Mönchengladbach auch Medienvertretern einen Eindruck vom aktuellen Baufortschritt.
Offene Lernbereiche statt Containergefühl
Von außen ist noch erkennbar, dass das Gebäude in Modulbauweise errichtet wurde. Im Inneren entsteht dagegen der Eindruck einer modernen Schule mit großzügigen Räumen und offenen Lernbereichen.
Das zweigeschossige Gebäude verfügt unter anderem über ein offenes Foyer mit Sitztribüne, eine Mensa sowie Fachräume mit bis zu 90 Quadratmetern Fläche. Auch bei Materialien und Ausstattung unterscheidet sich das Interim kaum von einem dauerhaften Schulgebäude.
Nach Angaben der Stadt wurde das pädagogische Konzept bereits vollständig in die Raumplanung integriert. Neben klassischen Klassenräumen entstanden zusätzliche Differenzierungsräume, offene Lernzonen und Bereiche für individuelles Arbeiten.
Moderne Technik für den Schulalltag
Auch technisch entspricht das Gebäude aktuellen Standards. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 30 Kilowatt Peak installiert. Zusätzlich sorgen eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie eine Klimatisierung für ein angenehmes Raumklima. Während der späteren Bauarbeiten am endgültigen Schulgebäude können die Fenster geschlossen bleiben, wodurch Lärm und Staub weitgehend draußen bleiben.
Bau unter engem Zeitplan
Zwischen der politischen Entscheidung für das Projekt und der Fertigstellung lagen nur wenige Monate. Nach dem Beschluss im Juni 2025 konnte die Baufirma im November beauftragt werden. Bereits im Februar begannen die Bauarbeiten.
Auf rund 3.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche entstand das Interimsgebäude aus insgesamt 167 Modulen. Nach Angaben der Stadt liegt das Projekt im Zeitplan, sodass der Unterricht wie vorgesehen Anfang September starten kann.
Mehr als nur Klassenräume
Zum Schulstart stehen acht allgemeine Unterrichtsräume für zwei Jahrgänge mit jeweils vier Klassen zur Verfügung. Ergänzt werden sie durch drei flexibel nutzbare Differenzierungsräume.
Darüber hinaus entstehen Fachräume für Kunst, Musik, Naturwissenschaften und Technik. Während einige Bereiche noch eingerichtet werden, sind andere bereits nahezu vollständig ausgestattet. Dazu gehören unter anderem der Technikraum mit Werkbänken sowie die Lehrküche.
Auch die Schulbibliothek wird künftig als Lern- und Unterrichtsbereich genutzt. Ergänzend entstehen offene Arbeitszonen für selbstständiges Lernen.
Schulsozialarbeit und Therapieangebote geplant
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung der Schülerinnen und Schüler außerhalb des Unterrichts. Für die Schulsozialarbeit wurde ein eigener Raum mit wohnlicher Atmosphäre eingerichtet.
Zusätzlich ist ein Psychomotorikraum vorgesehen. Dort sollen künftig unter anderem Ergotherapie und Logopädie angeboten werden. Eine therapeutische Liege sowie weitere Ausstattungsgegenstände befinden sich bereits in der Beschaffung.
Schulhof fast vollständig fertiggestellt
Auch im Außenbereich schreiten die Arbeiten voran. Auf dem rund 4.000 Quadratmeter großen Schulhof wurden bereits Spielgeräte, Sitzmöglichkeiten, Pflanzflächen und Fahrradständer installiert. Der frisch eingesäte Rasen soll bis zum Schulbeginn weiter anwachsen.
Der Haupteingang befindet sich auf der Schulhofseite und ist über die westliche Zufahrt erreichbar.
Dauerhafte Schule folgt in mehreren Bauabschnitten
Bis zur Fertigstellung des endgültigen Schulcampus bleibt das Interimsgebäude in Betrieb. Nach den Planungen der Stadt soll der erste Bauabschnitt des festen Schulgebäudes spätestens bis 2029 entstehen. Anschließend folgt der zweite Bauabschnitt auf der Fläche des heutigen Interims.
Im Endausbau soll die Gesamtschule an der Breite Straße sechszügig betrieben werden und Platz für rund 1.200 Schülerinnen und Schüler bieten.