MÖNCHENGLADBACH – Dramatische Szenen in der Mönchengladbacher Innenstadt: Nach einer Bedrohungslage hat die Polizei am Freitagabend von der Schusswaffe Gebrauch gemacht. Ein 21-jähriger Mann schwebt nach einer Reanimation vor Ort in Lebensgefahr. Die Ermittlungen wurden aus Neutralitätsgründen an das Polizeipräsidium Aachen übergeben.
Es sind beunruhigende Details, die nach und nach über den Einsatz im Bereich der Landgrafenstraße / Aachenerstr/Hittastraße bekannt werden. Was als Zeugenmeldung über eine auffällige Person begann, endete in einer Konfrontation, bei der Polizeibeamte zur Dienstwaffe greifen mussten.
Unübersichtliche Lage in den Seitenstraßen
Gegen Abend gingen bei der Leitstelle erste Notrufe ein. Zeugen berichteten von einem jungen Mann, der sich in einem psychischen Ausnahmezustand zu befinden schien. Der Verdächtige, nach aktuellen Informationen ein im Jahr 2004 geborener junger Mann, wurde zunächst im Bereich der Landgrafenstraße gesichtet. Augenzeugen beschrieben ihn als lediglich mit Socken bekleidet oder gar gänzlich nackt, während er sich durch die engen Seitenstraßen des Viertels bewegte.
Konfrontation und Schusswaffengebrauch
Als die alarmierten Einsatzkräfte den Mann stellten, eskalierte die Situation innerhalb kürzester Zeit. Nach Angaben eines Polizeisprechers vor Ort war der 21-Jährige bewaffnet und ging trotz mehrfacher Aufforderung gezielt auf die Beamten zu.
„Die Kollegen haben von der Schusswaffe gebrauch gemacht. Er ist mit der Waffe weiter auf uns zugegangen. Dann hat man geschossen“, so die erste Schilderung der Einsatzleitung unmittelbar nach dem Vorfall.
Nach ersten Informationen gaben die Beamten mehrere Schüsse ab, um die Bedrohung zu stoppen. Der junge Mann brach zusammen und musste noch am Einsatzort von Rettungskräften reanimiert werden. Er wurde unter Lebensgefahr in ein umliegendes Krankenhaus eingeliefert.
Aachener Mordkommission übernimmt
Um eine objektive Aufarbeitung des Falls zu gewährleisten, wurde, wie in solchen Fällen in Nordrhein-Westfalen üblich, eine neutrale Behörde eingeschaltet. Die Mordkommission des Polizeipräsidiums Aachen wird die Ermittlungen übernehmen und sichert nun die Spuren im Bereich der Aachener Straße und Hittastraße.
Die Polizei Mönchengladbach hält sich derweil mit weiteren Details zurück. „Es laufen noch Maßnahmen, und wir müssen das Verfahren jetzt statisch halten, bis die Aachener Kollegen den Sachverhalt vollumfänglich übernommen haben“, hieß es seitens der Pressestelle.
Das Viertel blieb für die Spurensicherung über Stunden weiträumig abgesperrt. Mit weiteren Informationen zum Gesundheitszustand des 21-Jährigen sowie zu den Hintergründen der Tat wird im Laufe des Samstags gerechnet.