Vom 8. bis zum 11. Mai verwandelt sich die Rheydter Innenstadt wieder in einen Festplatz. Für die diesjährige Frühkirmes haben die Stadt Mönchengladbach und die Polizei ein umfassendes Konzept erarbeitet, das über die reine Unterhaltung hinausgeht: Ein engmaschiges Sicherheitsnetz und gezielte Angebote für junge Besucher sollen einen reibungslosen Ablauf der Traditionsveranstaltung gewährleisten.
Prävention durch Präsenz und Technik
Um die Sicherheit der Gäste auf dem Gelände und in den angrenzenden Straßen zu garantieren, setzen Polizei und Ordnungsamt auf eine deutlich erhöhte Präsenz. Neben gemeinsamen Streifen wird an der Kreuzung Gracht und Limitenstraße eine mobile Wache als zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Hier können Besucher nicht nur Anzeigen erstatten, sondern finden auch Hilfe, wenn sie im Trubel Angehörige aus den Augen verloren haben. In den Nachtstunden sowie während der Betriebszeiten wird das Areal zusätzlich durch einen privaten Sicherheitsdienst überwacht.
Ein technischer Baustein des Konzepts ist die mobile Videobeobachtung. An der Straße Gracht kommen zwei Kamerasysteme zum Einsatz, die ihre Bilder in Echtzeit an die Einsatzleitstelle übertragen. Ziel der Beamten ist es, potenzielle Straftaten oder eskalierende Situationen bereits im Entstehen zu erkennen. Die Überwachung erfolgt ausschließlich während der Kirmes-Öffnungszeiten. Zum Schutz der Privatsphäre werden sensible Bereiche wie Wohnungen in den Aufnahmen unkenntlich gemacht; zudem erfolgt die Löschung der Daten standardmäßig nach 14 Tagen.
Jugendschutz und Cannabis-Regelungen
Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf dem Jugendschutz. Die Behörden erinnern in diesem Zusammenhang an das geltende Konsumcannabisgesetz (KCanG): Der Konsum von Cannabis ist auf dem gesamten Veranstaltungsgelände in der Gegenwart von Kindern und Jugendlichen untersagt. Das Ordnungsamt hat angekündigt, die Einhaltung dieses Verbots im Rahmen der regelmäßigen Kontrollgänge streng zu überwachen.
Ein Rückzugsort für Familien
Abseits des Kirmestrubels entsteht auf dem Rheydter Marktplatz ein spezieller Bereich für Familien. Täglich zwischen 13:00 und 19:00 Uhr bieten das Stadtteilhaus PE 12 und die Begegnungsstätte am Römerbrunnen unter der Leitung von Corinna Casper ein kostenfreies Mitmachprogramm an. Das Angebot, das bewusst auch Familien mit geringerem Budget anspricht, umfasst Spielstationen, kleine Snacks und kostenloses Trinkwasser. Ein besonderer Gast wird ebenfalls erwartet: Das städtische Kinderschutzmaskottchen „Feuerzacki“ besucht täglich den Familienstand.
Für ältere Jugendliche wird das bewährte Konzept an der „Gracht“ fortgesetzt. Das Team Jugendarbeit ist dort von 16:00 bis 22:00 Uhr vor Ort. Die Anlaufstelle dient nicht nur der Freizeitgestaltung, sondern fungiert auch als „Awareness-Point“. Jugendliche finden hier geschulte Ansprechpartner, die bei Konflikten oder Problemen unterstützend eingreifen können.