Mit einer besonders dreisten Masche hat eine Unbekannte am Freitagmorgen eine 90-jährige Frau in Mönchengladbach um ihren Schmuck gebracht. Die Täterin nutzte ein Begleitkind, um das Misstrauen der Seniorin gezielt zu umgehen.
Mönchengladbach. Es ist ein Szenario, vor dem die Polizei immer wieder warnt, doch die Täter passen ihre Methoden stetig an. Am Freitagmorgen, 18. September, wurde eine 90-jährige Seniorin in Hardterbroich-Pesch Opfer eines Trickdiebstahls.
Gegen 9:00 Uhr klingelte eine bislang unbekannte Frau an der Tür der älteren Dame. Der Vorwand der Täterin: Sie sei im Auftrag der Hausverwaltung unterwegs und müsse dringend eine Überprüfung der Rohrleitungen in der Wohnung durchführen. Was diesen Fall aus der Masse der täglichen Trickbetrügereien heraushebt: Die Täterin war nicht allein, sondern hatte ein etwa siebenjähriges Kind bei sich.
Unter diesem Deckmantel gelangte das Duo in die Wohnung der Seniorin. Die angebliche Überprüfung endete für die 90-Jährige mit einem bitteren Verlust: Nach dem Verlassen der Wohnung musste sie feststellen, dass diverser Schmuck gestohlen worden war.
Hintergrund und offene Fragen zum Tathergang Die erste Meldung der Polizei schildert ein bekanntes Grundmuster, lässt für die Aufarbeitung der Tat aber noch entscheidende Fragen offen. So ist bislang unklar, ob die Frau den Diebstahl des Schmucks gänzlich allein – womöglich während einer gezielten Ablenkung der Seniorin durch die angebliche Rohrleitungs-Prüfung – durchführte. Bei derartigen Taten kommt es häufig vor, dass die Wohnungstür für einen zweiten, unsichtbaren Komplizen unbemerkt angelehnt bleibt, während das Opfer abgelenkt wird. Auch der exakte Fluchtweg des Duos im Bereich Hardterbroich-Pesch ist nun Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Kurze Einordnung der Redaktion: Die Masche der „falschen Handwerker“ oder der „falschen Hausverwaltung“ ist in Mönchengladbach leider nicht neu. Besonders erschreckend an diesem Fall ist jedoch die bewusste Instrumentalisierung eines etwa siebenjährigen Kindes als psychologischer „Türöffner“. In gewachsenen Wohnvierteln baut die Anwesenheit eines Kindes bei Senioren fast automatisch Misstrauen ab und suggeriert eine familiäre, harmlose Situation. Ein Kind vermittelt unbewusst Schutzlosigkeit, wodurch die natürliche Skepsis der Opfer gezielt umgangen wird. Für Anwohner gilt nach wie vor die absolute Grundregel: Bei unangekündigten Kontrollen der Hausverwaltung – egal wer vor der Tür steht – im Zweifel die Tür geschlossen halten und bei der echten Verwaltung telefonisch nachfragen.
Auf einen Blick:
- Wann: Freitag, 18. September 2026, gegen 9:00 Uhr
- Wo: Mönchengladbach, Stadtteil Hardterbroich-Pesch
- Was: Trickdiebstahl in der eigenen Wohnung (Schmuck gestohlen)
- Die Masche: Täterin gab sich als Hausverwaltung (Rohrprüfung) aus und brachte ein ca. 7-jähriges Kind mit.
- Zeugen gesucht: Die Polizei Mönchengladbach nimmt Hinweise unter 02161-290 entgegen.