Wer am Wochenende in Mönchengladbach oder Viersen auf den Bus angewiesen ist, muss sich nach Alternativen umsehen. Im Rahmen der bundesweiten Arbeitskämpfe im kommunalen Nahverkehr hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe NEW mobil + aktiv zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Von Freitag, den 27. Februar, bis einschließlich Samstag, den 28. Februar, werden die Fahrzeuge von Betriebsbeginn bis tief in die Nacht in den Depots bleiben. Dies wird den öffentlichen Nahverkehr am linken Niederrhein nahezu komplett lahmlegen.
Hintergrund der massiven Einschränkungen ist die laufende Tarifrunde zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW). Nachdem die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt haben, verschärft die Gewerkschaft nun die Gangart. Im Zentrum der Forderungen steht weniger das reine Gehalt als vielmehr eine spürbare Entlastung der Belegschaft. Verdi pocht auf eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Darüber hinaus verlangen die Arbeitnehmervertreter verlässliche Ruhezeiten zwischen den einzelnen Schichten sowie attraktivere Zuschläge für die Arbeit an Sonntagen.
Dass die Bereitschaft zum Arbeitskampf in der Belegschaft groß ist, zeigte bereits die hohe Beteiligung von landesweit Tausenden Beschäftigten bei den letzten Streikmaßnahmen. Mit dem aktuellen 48-Stunden-Ausstand will Verdi den Druck vor der nächsten entscheidenden Verhandlungsrunde am 2. und 3. März maximal erhöhen. Für Pendler und Ausflügler gibt es an den beiden Streiktagen nur einen kleinen Lichtblick: Da sich der Tarifkonflikt ausschließlich auf kommunale Betriebe beschränkt, sind die S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn nicht betroffen und fahren planmäßig.