Ende Juni 2026 läuft der befristete Tankrabatt aus, doch für viele Autofahrer in Mönchengladbach war von der versprochenen Entlastung an der Zapfsäule kaum etwas spürbar. Warum die Spritpreise in der Region oft beharrlich über der Zwei-Euro-Marke blieben und was Pendlern ab Juli droht.
Seit dem 1. Mai 2026 sollte das Tanken spürbar günstiger werden. Die Bundesregierung senkte die Energiesteuer auf Kraftstoffe, was rechnerisch eine Entlastung von bis zu 17 Cent brutto pro Liter bedeuten sollte. Doch die Maßnahme, die den Bund laut Bundestag geschätzt 1,6 Milliarden Euro kostet, endet nach aktueller Rechtslage bereits am 30. Juni 2026. In Mönchengladbach zieht man derweil eine nüchterne Bilanz, denn der erhoffte Preissturz ist im Alltag der meisten Autofahrer ausgeblieben.
Wer in den vergangenen Wochen die Preise an den Anzeigetafeln beobachtete, sah häufig weiterhin Beträge jenseits der Zwei-Euro-Marke. Besonders hart traf dies Menschen, die täglich zwingend auf ihren Wagen angewiesen sind. Pendler, die morgens von Mönchengladbach in Richtung Düsseldorf, Viersen, Krefeld, Neuss oder Erkelenz aufbrechen, spürten im Portemonnaie oftmals kaum eine Veränderung. Auch für lokale Pflegedienste, Lieferanten und Handwerker verpuffte der politische Beschluss in der Realität weitgehend.
Es gab sie zwar, die vereinzelten Momente unter zwei Euro. Am Donnerstagmorgen, dem 28. Mai 2026, verzeichneten Portale wie news.de für die Region Mönchengladbach Durchschnittspreise von 1,965 Euro (Super), 1,906 Euro (E10) und 1,908 Euro für Diesel. Andere Preisübersichten wiesen für Super E5 im Schnitt 1,938 Euro und für Diesel 1,895 Euro aus. Diese Momentaufnahmen zeigen jedoch starke Schwankungen zwischen einzelnen Tankstellen, sodass das günstige Tanken stark von Uhrzeit und Marktlage abhing.
Dass der Rabatt anfangs nicht überall ankam, liegt unter anderem in der Steuersystematik begründet. Die Energiesteuer wird nicht erst direkt an der Zapfsäule fällig, sondern weiter vorne in der Lieferkette, weshalb Tankstellen Anfang Mai zum Teil noch höher besteuerten Restkraftstoff verkauften. Zudem kritisierten Experten vom ADAC und das Bundeskartellamt, dass die rechnerische Preissenkung gerade in den ersten Tagen nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben wurde. Obwohl Marktbeobachter später feststellten, dass der Rabatt inzwischen stärker weitergereicht wird, bleibt bei vielen Verbrauchern ein fader Beigeschmack.
Wie es ab Juli weitergeht, ist bislang noch völlig offen. Während aus den Reihen der CSU, unter anderem durch Parteichef Markus Söder, Forderungen nach einer Verlängerung laut wurden, zeigt sich die SPD äußerst zurückhaltend. Ohne eine schnelle politische Einigung wird der Tankrabatt pünktlich zum 30. Juni auslaufen. Für die Menschen in Mönchengladbach bedeutet das: Sie müssen sich darauf einstellen, dass die Fahrt zur Tankstelle im Hochsommer wieder unberechenbarer und potenziell deutlich teurer wird.