Der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen durchlebt aktuell eine handfeste Krise. Mit nur 37.185 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2025 verzeichnet das Land laut aktuellen Zahlen von IT.NRW einen Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit erreicht Nordrhein-Westfalen den niedrigsten Stand seit 14 Jahren, was einer landesweiten Bauquote von 19,8 Wohnungen je 10.000 Einwohner entspricht.
Mönchengladbach stemmt sich erfolgreich gegen diesen Abwärtstrend. Die Stadt konnte ihre Fertigstellungen im selben Zeitraum fast verdreifachen. Insgesamt wurden 758 neue Wohnungen fertiggestellt, was einem starken Plus von 188 Prozent beziehungsweise 495 Wohnungen im Vergleich zum Jahr 2024 entspricht.
Platz 3 im landesweiten Vergleich
Mit diesem Wachstum schießt die städtische Wohnungsbauquote von 9,8 auf 28,4 hoch. Mönchengladbach liegt damit beachtliche 43 Prozent über dem NRW-Durchschnitt. Unter den 22 kreisfreien Städten im Bundesland sichert sich die Stadt so den dritten Platz. Lediglich Köln (42,6) und Münster (38,6) können derzeit noch höhere Quoten vorweisen.
Dieser Erfolg ist das direkte Resultat der 2023 ins Leben gerufenen Wohnungsbauoffensive. Die Stadt stattete die städtische WohnBau mit rund 43 Millionen Euro Eigenkapital aus. Durch die gezielte Nutzung von Fördermitteln und Krediten vervielfacht sich diese Summe an Investitionskraft auf dem Markt.
Konsequente Stadtentwicklung zahlt sich aus
Wie konsequent dieser Weg in Mönchengladbach verfolgt wird, zeigt der Blick auf die Fördergelder für den sozialen Wohnungsbau. Rief die Stadt im Jahr 2021 noch bescheidene fünf Prozent ihres Förderbudgets ab, waren es 2024 bereits 274 Prozent des ursprünglich vorgesehenen Rahmens. Frühzeitig wurden Flächen aktiviert und Projekte beschleunigt.
„Während andernorts gebremst wird, entstehen in Mönchengladbach Wohnungen – und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Stadtentwicklung”, erklärt Oberbürgermeister Felix Heinrichs. Die Stadt habe Großprojekte vorangetrieben und Quartiere weiterentwickelt, auch als der Markt bereits schwierig wurde. „Dass wir das gesamte direkte Umfeld hinter uns lassen, zeigt: Beharrlichkeit zahlt sich aus. Diese Position wollen wir halten“, so der Oberbürgermeister weiter.
Perspektive trotz bundesweiter Krise
Bundesweit bremsen strukturelle Probleme wie Bauzinsen von drei bis vier Prozent und stark gestiegene Baukosten den Markt aus. Allein im ersten Quartal 2025 kletterte der Baupreisindex für Wohngebäude um weitere 3,2 Prozent. Nordrhein-Westfalen verzeichnet seit 2020 zudem einen drastischen Einbruch der Baugenehmigungen um 27,4 Prozent.
Mönchengladbach setzt diesem schwierigen Umfeld das strategische Handlungsfeld „Wohnen für alle“ entgegen. Die städtische WohnBau bewirtschaftet bereits rund 4.500 Wohnungen unterhalb des Mietspiegels und treibt den Neubau weiter intensiv voran. Allein 2025 wurden 43,2 Millionen Euro für 218 geförderte Wohneinheiten bewilligt. Da die Baugenehmigungen für neue Wohngebäude in Mönchengladbach 2025 um 73,6 Prozent gestiegen sind, stehen die Chancen sehr gut, dass die hohen Fertigstellungszahlen auch in den kommenden Jahren gehalten werden können.