Mönchengladbach will seine Bildungsangebote stärker miteinander verzahnen und nachhaltige Bildung dauerhaft in Kitas, Schulen und weiteren Lernorten verankern. Mit dem Projekt „Bildungskommune Mönchengladbach“ arbeitet die Stadt seit Oktober 2023 daran, bestehende Angebote besser aufeinander abzustimmen und neue Bildungsprojekte zu entwickeln.
Beteiligt sind der Fachbereich Schule und Sport sowie der Fachbereich Kinder, Jugend und Familie. Der Ansatz umfasst die gesamte Bildungskette: von der frühkindlichen Bildung über Schulen und Jugendhilfe bis zur Erwachsenenbildung und zu außerschulischen Lernorten.
Bildungsbedarf soll genauer erkannt werden
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Nutzung von Daten. Die Stadt will damit besser erkennen, welche Bildungsangebote benötigt werden und an welchen Stellen bestehende Strukturen weiterentwickelt werden sollten.
Gleichzeitig soll die sogenannte Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE, stärker im Alltag der Menschen verankert werden. Dabei geht es nicht ausschließlich um Umwelt und Klimaschutz.
Zur nachhaltigen Bildung zählen auch soziale und wirtschaftliche Fragen. In Mönchengladbach gehören dazu unter anderem Mobilität, Klimafolgen, Energieversorgung, soziale Teilhabe und Chancengerechtigkeit.
Bildungsangebote sollen diese Zusammenhänge verständlich vermitteln und Menschen Möglichkeiten zeigen, gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitzugestalten.
Mehrere Projekte bereits umgesetzt
In den vergangenen Jahren sind im Rahmen der Bildungskommune verschiedene Angebote entstanden.
Dazu gehören die Ausstellung „Wir2030“ und die Veranstaltung „Beats, Bowls & Bananas“. Mit einem eigenen BNE Monitoring für Schulen und Kitas sollen außerdem bestehende Bildungsangebote und weitere Bedarfe erfasst werden.
Andere Projekte setzen unmittelbar im Alltag von Kindern, Jugendlichen und Familien an.
Dazu zählt das Frühstücksangebot von brotZeit. Das Projekt KloMotion beschäftigt sich mit der Verbesserung von Schulsanitäranlagen. In Familienzentren wurden zudem Gesundheitsteams eingerichtet.
Mit dem Kita Apfel Projekt verbindet die Stadt Naturbildung mit dem Thema Ernährung. Der GemeinschaftsAcker Neuwerk wurde darüber hinaus als außerschulischer grüner Lernort aufgebaut.
Auch Fachkräfte werden eingebunden
Nicht nur Kinder und Jugendliche stehen im Mittelpunkt der Bildungskommune. Auch pädagogische Fachkräfte sollen stärker miteinander vernetzt werden.
Die Praxiswerkstatt Nachhaltige Bildung bietet ihnen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und neue Ansätze für ihre Arbeit kennenzulernen.
Neue Angebote für Ganztag und Ferien geplant
Bis zum Ende des Förderzeitraums sollen weitere Angebote entstehen.
Ein Schwerpunkt liegt auf neuen Angeboten zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Ganztag. Für das Jahr 2027 plant die Stadt außerdem BNE Ferienspiele.
Darüber hinaus sollen die unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen stärker berücksichtigt werden.
Geplant sind weitere Bildungsangebote und Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringeren finanziellen und sozialen Möglichkeiten. Ziel ist es, ihre Bildungsbeteiligung zu verbessern und Chancengerechtigkeit zu stärken.
Projekt ist Teil der Stadtstrategie
Die Bildungskommune ist mit der städtischen Gesamtstrategie für die Jahre 2026 bis 2030 verbunden. Dort gehören bessere Bildungserfolge, mehr Chancengerechtigkeit sowie eine stärkere Vernetzung der Bildungslandschaft zu den strategischen Zielen Mönchengladbachs.
Auch Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimaschutz spielen dabei eine Rolle.
Der datenbasierte Ansatz des Projekts soll zudem dazu beitragen, Entscheidungen stärker anhand konkreter Bedarfe und ihrer Wirkung auszurichten.
Die Stadt orientiert sich mit dem Projekt außerdem an der Landesstrategie „BNE in NRW“ für die Jahre 2024 bis 2030. Diese verfolgt das Ziel, Bildung für nachhaltige Entwicklung dauerhaft in unterschiedlichen Bildungsbereichen zu etablieren.
Das Projekt „Bildungskommune Mönchengladbach“ wird über das ESF Plus Förderprogramm „Bildungskommune“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.