SKiD steht für "Sicherheit und Kriminalität in Deutschland". Es handelt sich um eine bundesweite und repräsentative Bevölkerungsbefragung.
In diesen Tagen finden tausende Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen Post vom Landeskriminalamt in ihrem Briefkasten. Dahinter steckt kein Ermittlungsverfahren, sondern eine groß angelegte Suche nach der Wahrheit hinter der Kriminalitätsstatistik. Die Studie „SKiD“ geht der Frage nach, wie sicher sich die Menschen zwischen Rhein und Weser wirklich fühlen.
Die offizielle Polizeistatistik bildet nur jene Taten ab, die auch angezeigt werden. Um jedoch zu verstehen, was im sogenannten „Dunkelfeld“ passiert also bei Straftaten, die nie aktenkundig werden , setzt die Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung. In 94 Kommunen Nordrhein-Westfalens werden derzeit 20.000 Personen ab 16 Jahren kontaktiert. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip aus den Einwohnermelderegistern ausgewählt, um an der repräsentativen Befragung „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ (SKiD) teilzunehmen.
Fokus auf Bedrohung und Polarisierung
In der nun startenden dritten Erhebungswelle rücken neue Schwerpunkte in den Fokus der Wissenschaftler. Während es in der Vergangenheit primär um das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum oder das Verhalten in Notsituationen ging, fragt das LKA NRW nun gezielt nach der Wahrnehmung von Bedrohungsszenarien. Auch der Einfluss polarisierender Einstellungen auf das tägliche Miteinander ist Teil der aktuellen Untersuchung.
„Wir möchten das Dunkelfeld aufhellen und noch besser verstehen, wo Menschen Unsicherheiten verspüren“, erklärt Dr. Maike Meyer, Leiterin der Kriminalprävention beim LKA NRW. Die Ergebnisse sollen nicht nur in der Theorie bleiben, sondern helfen, präzise Präventionsstrategien zu entwickeln und die polizeiliche Arbeit an die reale Lebenswelt der Menschen anzupassen.
Schutz vor Betrug: Erst prüfen, dann antworten
Da Kriminelle oft offizielle Schreiben für Betrugsversuche fälschen, legt das LKA großen Wert auf Transparenz. Empfänger erhalten zunächst ein Ankündigungsschreiben inklusive eines Informationsblattes, mit dem sich die Echtheit des Briefes überprüfen lässt. Sensible Daten wie Passwörter oder Bankverbindungen werden in der Studie zu keinem Zeitpunkt abgefragt.
Die Teilnahme nimmt etwa 30 bis 45 Minuten in Anspruch. Der eigentliche Fragebogen folgt Ende des Monats und kann entweder klassisch per Post oder digital via QR-Code ausgefüllt werden.
Datenschutz und Durchführung
Hinter der bundesweiten Erhebung, die insgesamt 200.000 Menschen umfasst, steht das Bundeskriminalamt (BKA) als federführende Behörde. Die praktische Durchführung wurde dem Umfrageinstitut „Verian“ übertragen. Um den Datenschutz zu gewährleisten, kommt ein strenges Anonymisierungsverfahren zum Einsatz. Das bedeutet: Die Wissenschaftler erhalten lediglich die Daten ohne Namen oder Adressen, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind.
Für die Auswertung der Ergebnisse in Nordrhein-Westfalen zeichnet die Kriminalistisch-kriminologische Forschungsstelle (KKF) verantwortlich. Sie arbeitet regelmäßig mit Universitäten zusammen, um den Opferschutz und die Gefahrenabwehr auf Basis wissenschaftlicher Fakten zu optimieren.