Mönchengladbach erlebt den Höhepunkt einer außergewöhnlichen Hitzewelle. Seit mehr als einer Woche bestimmt eine amtliche Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes den Alltag in der Stadt. Während am Freitag und Samstag die Thermometer auf bis zu 39 Grad klettern, steuern die Rettungskräfte vor Ort auf ein kritisches Wochenende zu. Doch die eigentliche Gefahr droht am Sonntag: Ein brutaler Wetterumschwung könnte die Stadt unter Wasser setzen.
Rettungsdienste im Dauereinsatz – Kreislaufkollapse bei Alt und Jung
Die anhaltende Hitzebelastung ist längst kein reines Komfortproblem mehr. In den vergangenen Tagen verzeichneten die lokalen Rettungsdienste ein deutlich erhöhtes Einsatzaufkommen im gesamten Stadtgebiet. Die Kombination aus extremer Strahlungswärme am Tag und tropischen Nächten, in denen es vor allem in dicht bebauten Stadtteilen wie dem Rheydter Zentrum kaum unter 24 Grad abkühlt, zehrt an den Kräften der Bevölkerung.
Entgegen der allgemeinen Annahme betrifft die aktuelle Welle von Kreislaufzusammenbrüchen, Dehydration und Hitzeschocks nicht mehr nur Senioren oder Vorerkrankte. Die Notrufe der letzten Tage zeigen, dass zunehmend jüngere Menschen an ihre körperlichen Grenzen stoßen. Häufige Ursachen sind unterschätzte körperliche Anstrengungen bei der Arbeit im Freien oder Sport in den Mittagsstunden. Das Gesundheitsamt rät dringend dazu, jegliche Überlastung zu vermeiden und bei Symptomen wie Schwindel, extremen Kopfschmerzen oder Übelkeit sofort den Notruf 112 zu wählen.
Akute Verbrennungsgefahr für Hunde auf den Straßen
Ein oft übersehenes Problem betrifft die Haustiere in der Stadt. Während die Lufttemperatur knapp an der 40-Grad-Marke kratzt, heizt sich dunkler Asphalt in der prallen Sonne auf weit über 60 Grad auf. Für Hundepfoten bedeutet das akute Verbrennungsgefahr und schmerzhafte Brandblasen.
Hundebesitzer sollten den einfachen Handrückentest machen: Ist der Asphalt zu heiß, um den Handrücken sieben Sekunden lang darauf zu drücken, ist er auch für das Tier tabu. Spaziergänge in der City sollten komplett gestrichen werden. Wer mit seinem Hund raus muss, sollte kühle, schattige Orte wie den Hardter Wald oder den Volksgarten ansteuern. Die dortigen Waldböden speichern kaum Hitze und die Bäume senken die Umgebungstemperatur spürbar. Zudem gehören große Gassirunden ausnahmslos in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden.
Sonntag droht der Umschwung – Sturzfluten auf hartem Boden
Die dringend ersehnte Abkühlung kommt am Sonntag, den 28. Juni – allerdings mit einem hohen Risiko. Der Wetterdienst prognostiziert einen Temperatursturz auf maximal 27 Grad, der von schweren Gewittern und heftigem Starkregen begleitet wird.
Genau hier liegt die neue Gefahr für Mönchengladbach: Nach der tagelangen Hitze sind die Böden in den Parks und auf den Feldern rund um die Stadt steinhart und ausgetrocknet. Sie wirken wie Beton. Wenn am Sonntag innerhalb kürzester Zeit immense Wassermassen vom Himmel stürzen, kann die Erde diese Feuchtigkeit nicht aufnehmen. Das Wasser fließt oberflächlich ab und drückt direkt in die städtische Kanalisation.
Die Feuerwehr stellt sich bereits auf überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und blockierte Unterführungen ein. Autofahrer sollten tief liegende Straßenabschnitte am Sonntag meiden. Zudem sind Hausbesitzer aufgerufen, bis Samstagabend Dachrinnen und Hofabläufe von Laub zu befreien, Kellerfenster zu sichern und lose Gegenstände im Garten sturmfest zu machen.