
MÖNCHENGLADBACH. Ein Jahrhundert nach der Gründung der ersten kommunalen Wohnungsbaugesellschaft steht Mönchengladbach vor ähnlichen Herausforderungen wie im Jahr 1926: Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, während Baukosten und energetische Anforderungen steigen. Die Verschmelzung von Stadtbau Rheydt und Kreisbau Mönchengladbach zur heutigen WohnBau Mönchengladbach markiert ein zentrales Kapitel der lokalen Stadtentwicklung und wirft gleichzeitig die Frage auf, wie kommunaler Wohnungsbau in den kommenden Jahrzehnten funktionieren kann.
Mit aktuell rund 4.500 eigenen Wohnungen im Bestand ist die WohnBau Mönchengladbach der größte kommunale Akteur am lokalen Immobilienmarkt. Was vor 100 Jahren als reine Nothilfe gegen die Nachkriegswohnungsnot begann, hat sich zu einem komplexen Verwaltungs- und Entwicklungsbetrieb mit 57 Beschäftigten entwickelt.
Zwischen Denkmalpflege und modernen Energiestandards
Die Aufgaben haben sich im Laufe der Jahrzehnte grundlegend verschoben. Ging es in den Wiederaufbaujahren der 1950er und 1960er Jahre primär um die schnelle Schaffung von Quantität, stehen heute die energetische Sanierung des Bestands und die Schaffung barrierefreien Wohnraums im Fokus.
„Die Herausforderung besteht heute längst nicht mehr nur darin, Dächer über dem Kopf zu bauen. Es geht darum, Quartiere sozial stabil zu halten und gleichzeitig die Klimaziele im Gebäudesektor bezahlbar umzusetzen“,
Die Bedeutung für Mönchengladbacher Mieterinnen und Mieter
In Zeiten steigender Kaltmieten im freien Realsektor wirkt der kommunale Bestand in Mönchengladbach als wichtiger Preisdämpfer. Ein Großteil der Einheiten unterliegt öffentlichen Bindungen oder orientiert sich an sozialverträglichen Mietspiegelgrenzen. Dennoch bleibt der Druck auf den lokalen Markt hoch, da in den letzten Jahren auch in Mönchengladbach viele Sozialbindungen ausgelaufen sind.
Mit der strategischen Neuausrichtung seit Juli diesen Jahres bündelt die Stadt ihre wohnungspolitischen Maßnahmen zentral in der WohnBau Mönchengladbach. Für die kommenden Jahre stehen neben Modernisierungen im Bestand vor allem Nachverdichtungen und gemischte Quartierskonzepte in Rheydt und Mönchengladbach Mitte auf der Agenda.
Quelle: Stadt Mönchengladbach
Quelle: Wohnbau Mönchengladbach