Eine 58-jährige Frau ist an einer Bushaltestelle auf der Krefelder Straße Opfer eines skrupellosen Trickdiebstahls geworden. Ein Unbekannter täuschte Tränen und Trauer vor, um sein Opfer abzulenken. Am Ende riss der Täter eine echte Goldkette an sich und flüchtete mit einem Komplizen.
Der Vorfall ereignete sich am Freitag, 30. November, gegen 14.15 Uhr an der Bushaltestelle „Am Baumhof“. Hinter dem Warteraum, auf dem Parkplatz eines dortigen Blumengeschäfts, stand ein schwarzer Mercedes mit unbekanntem Kennzeichen. Während der Fahrer im Wagen wartete, stieg der Beifahrer aus und wandte sich gezielt an die 58-Jährige.
Der Mann weinte und bat die Frau scheinbar verzweifelt um Hilfe. Er führte die Hilfsbereite zu dem Wagen, setzte sich hinein und behauptete, seine Mutter sei verstorben. Unter dem Vorwand der Dankbarkeit küsste er den Handrücken der Frau und drückte ihr vermeintlich wertvollen Schmuck ,der sich später als wertloser Modeschmuck entpuppte, in die Hand.
Als der Unbekannte versuchte, die Frau auch auf die Stirn zu küssen, beugte diese den Kopf aus Reflex nach unten. Diesen kurzen Moment nutzte der Täter eiskalt aus: Er griff der 58-Jährigen überraschend in den Nacken, riss ihre goldene Halskette ab und schloss die Tür. Anschließend gab der Fahrer Gas, und das Duo flüchtete im schwarzen Mercedes.
Diese Masche ist kein Einzelfall. Gerade in Stadtteilen wie Schelsen oder den angrenzenden Bereichen häufen sich Fälle dieser Art in letzter Zeit wieder spürbar. Kriminelle nutzen die Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit von Passanten gezielt aus, suchen unter Vorwänden Körperkontakt und schlagen dann blitzschnell zu. Die Polizei rät deshalb zur erhöhten Wachsamkeit bei Fremden, die ungewöhnlich schnell Nähe suchen.
Die Geschädigte beschreibt den Beifahrer als etwa 60 bis 65 Jahre alt, knapp unter 1,75 Meter groß und von dicker Statur. Er hat kurze, schwarz-weiße Haare und auffallend schwarz verfärbte obere Schneidezähne. Bekleidet war er mit einer dunklen Winterjacke und einer grauen Hose. Der Fahrer war etwa 50 bis 55 Jahre alt, größer und von normaler Statur. Beide Männer sprachen Deutsch sowie Türkisch oder Kurdisch.
Die Polizei Mönchengladbach sucht dringend nach Zeugen. Zum Ende der Tat hielt ein Bus der Linie 007 an der Haltestelle. Möglicherweise haben der Busfahrer oder Fahrgäste den Vorfall oder die Flucht beobachtet. Hinweise zu den Tätern oder dem schwarzen Mercedes nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02161-290 entgegen.