Die Trainersuche bei Borussia Mönchengladbach steht offenbar unmittelbar vor dem Abschluss. Nach Informationen von Sky befindet sich der Verein in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Alexander Blessin. Zwischen dem 53 Jahre alten Trainer und Borussia soll bereits eine mündliche Einigung bestehen. Noch ist die Verpflichtung allerdings nicht offiziell abgeschlossen.
Damit wird aus dem bisherigen Favoriten auf die Nachfolge von Eugen Polanski ein sehr konkreter Kandidat. Sportchef Rouven Schröder hatte bereits am Samstagabend nach der 3:4 Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 bestätigt, dass Borussia mit dem gewünschten neuen Trainer eine mündliche Einigung erzielt habe. Einen Namen nannte Schröder zu diesem Zeitpunkt nicht.
Nun berichtet Sky, dass es sich bei diesem Trainer um Alexander Blessin handelt.
Blessin und Borussia sollen sich einig sein
Nach Informationen von Sky müssen noch letzte Details geklärt werden. Außerdem steht die endgültige Zustimmung der zuständigen Vereinsgremien aus. Deshalb handelt es sich weiterhin nicht um einen abgeschlossenen Vertrag.
Eine offizielle Vorstellung von Blessin gibt es bislang ebenfalls nicht.
Schröder hatte bereits nach dem Mainz Spiel deutlich gemacht, dass er erst dann von einem endgültigen Abschluss sprechen will, wenn die notwendigen Unterschriften vorliegen.
„Wir haben eine mündliche Einigung erzielt“, bestätigte der Sportchef. Gleichzeitig kündigte er an, dass Borussia die Trainerfrage zeitnah abschließen wolle.
Damit steht fest: Die Trainersuche ist weit fortgeschritten. Neu ist, dass mehrere Medien Alexander Blessin inzwischen konkret mit der von Schröder bestätigten Einigung in Verbindung bringen.
Warum Borussia offenbar auf Alexander Blessin setzt
Nach Informationen von Sky schätzt Schröder an Blessin insbesondere dessen klare Ansagen, die Struktur seiner Arbeit und seine Spielidee.
Das passt zu dem Anforderungsprofil, das Schröder bereits vor dem Mainz Spiel öffentlich beschrieben hatte. Borussia suche einen Trainer mit Erfahrung, der bereits gezeigt habe, dass er mit schwierigen Situationen umgehen könne.
Genau eine solche Situation würde Blessin in Mönchengladbach erwarten.
Borussia steht nach vier Bundesligaspielen ohne einen einzigen Punkt am Tabellenende. Gleichzeitig hat die Mannschaft bereits 16 Gegentore kassiert. Nach der Trennung von Eugen Polanski übernahm zunächst Jan Moritz Lichte die Mannschaft.
Auch gegen Mainz gelang die erhoffte Wende nicht. Borussia verlor trotz drei eigener Treffer mit 3:4.
Alexander Blessin bringt Erfahrung aus mehreren Ländern mit
Blessin verfügt über einen ungewöhnlich breit gefächerten Trainerweg.
Zwischen 2012 und 2020 arbeitete er im Nachwuchsbereich von RB Leipzig und betreute dort unter anderem die U17 und U19.
Anschließend führte ihn seine erste größere Station als Cheftrainer nach Belgien zum KV Oostende. Danach arbeitete Blessin beim CFC Genua in Italien und bei Royale Union Saint Gilloise in Belgien.
Mit Union Saint Gilloise gewann er 2024 den belgischen Pokal.
Anschließend wechselte Blessin zum FC St. Pauli und damit erstmals als Cheftrainer in die Bundesliga.
St. Pauli trennte sich im Juni von Blessin
Beim FC St. Pauli endete Blessins Tätigkeit im Juni 2026. Der Verein hatte am 4. Juni offiziell mitgeteilt, dass Blessin von seinen Aufgaben entbunden wurde.
St. Pauli begründete die Entscheidung mit einer ausführlichen Analyse der abgelaufenen Saison. Sportchef Andreas Bornemann würdigte dabei ausdrücklich Blessins Arbeit und erklärte, dass dessen Qualitäten als Trainer unbestritten seien.
Unter Blessin hatte St. Pauli nach dem Bundesliga Aufstieg zunächst den Klassenerhalt geschafft. In der folgenden Saison gelang dieser nicht mehr.
Seit seiner Freistellung hat Blessin keine neue Mannschaft übernommen.
Vertragliche Situation könnte noch eine Rolle spielen
Bei einem möglichen Wechsel nach Mönchengladbach gibt es allerdings noch einen Punkt, der geklärt werden muss.
BILD berichtet, dass Blessins Vertrag mit dem FC St. Pauli trotz seiner Freistellung noch bis 2027 läuft. Dem Bericht zufolge könnten deshalb finanzielle Fragen beziehungsweise Ausgleichszahlungen eine Rolle spielen.
Offiziell bestätigt ist eine entsprechende Vereinbarung zwischen Borussia und St. Pauli bislang nicht.
Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Aussage Schröders nach dem Mainz Spiel. Auf die Frage, ob der neue Trainer noch bei einem anderen Verein unter Vertrag stehe, erklärte er, dass man mit einem ehemaligen Verein fast immer sprechen müsse, ergänzte allerdings: „Aber vielleicht in diesem Falle nicht.“
Welche konkrete Bedeutung diese Aussage für die Verhandlungen hat, ließ Schröder offen.
Andere Kandidaten waren ebenfalls im Gespräch
Während der Trainersuche wurden zahlreiche Namen mit Borussia Mönchengladbach in Verbindung gebracht.
Christian Titz und Horst Steffen schloss Schröder selbst öffentlich aus.
Nach einem Bericht der Rheinischen Post, der von weiteren Medien aufgegriffen wurde, beschäftigte sich Borussia zudem mit Enrico Maaßen und Vladimir Petkovic. Mit Maaßen soll es Gespräche gegeben haben, allerdings keine Einigung.
Auch weitere Trainer wurden während der Suche gehandelt.
Mit den aktuellen Informationen zu Blessin dürfte sich diese Kandidatensuche jedoch weitgehend erledigt haben, sofern die noch offenen Punkte geklärt werden.
Blessin soll Borussia wieder stabilisieren
Eine der ersten und wichtigsten Aufgaben eines neuen Trainers liegt auf der Hand: Borussia muss defensiv deutlich stabiler werden.
Nach vier Spieltagen stehen 16 Gegentore zu Buche. Schröder machte deshalb bereits deutlich, dass für ihn nicht entscheidend sei, ob der neue Trainer bevorzugt mit einer Dreierkette oder einer Viererkette arbeitet.
Entscheidend seien Ergebnisse.
Blessin würde damit eine Mannschaft übernehmen, die nach dem Fehlstart erheblich unter Druck steht. Gleichzeitig bekommt der neue Trainer durch die anstehende Länderspielpause Zeit, mit der Mannschaft zu arbeiten.
Danach wartet direkt ein besonderes Spiel: das Derby beim 1. FC Köln.
Offizielle Bestätigung von Borussia steht noch aus
Trotz der inzwischen sehr konkreten Medienberichte ist die Verpflichtung von Alexander Blessin noch nicht offiziell vollzogen.
Der aktuelle Stand lässt sich deshalb klar trennen:
Sportchef Rouven Schröder hat bestätigt, dass Borussia mit dem ausgewählten Trainer eine mündliche Einigung erzielt hat.
Sky berichtet inzwischen, dass dieser Trainer Alexander Blessin ist. Nach den Informationen des Senders sind die Verhandlungen weit fortgeschritten und zwischen Blessin und Borussia besteht eine mündliche Einigung.
Auch BILD berichtet, dass Blessin den Trainerposten übernehmen soll.
Noch fehlen allerdings der endgültige Abschluss, die Zustimmung der zuständigen Vereinsgremien und die offizielle Bekanntgabe durch Borussia Mönchengladbach.
Erst wenn diese Schritte erfolgt sind, kann Alexander Blessin offiziell als neuer Cheftrainer der Fohlen bezeichnet werden.