Vom 17. bis 19. Juli 2026 führt die Regionalstelle Mönchengladbach der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) die Zivilschutzübung OZINEX26 (Ortsverbandsübergreifende Zivilschutz Notversorgungs Exercise) durch. Rund 70 Einsatzkräfte aus mehreren THW-Ortsverbänden trainieren dabei unter realitätsnahen Bedingungen verschiedene Einsatzszenarien. Für die Bevölkerung besteht laut THW kein Anlass zur Sorge – es handelt sich ausschließlich um eine geplante Übung.
An der Ausbildung beteiligen sich die Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung aus den Ortsverbänden Mönchengladbach, Krefeld, Neuss, Grevenbroich, Hückelhoven, Übach-Palenberg, Kempen und Nettetal.
Zivilschutz steht im Mittelpunkt der Übung
Mit der Übung reagiert das THW auf die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa. Krieg auf europäischem Boden, hybride Bedrohungen sowie Angriffe auf Kritische Infrastrukturen stellen Bund, Länder und Hilfsorganisationen vor neue Herausforderungen. Neben der militärischen Landes- und Bündnisverteidigung gewinnt deshalb auch die zivile Verteidigung zunehmend an Bedeutung.
Das THW übernimmt dabei als operative Zivilschutzbehörde des Bundes eine zentrale Rolle.
Realistische Einsatzbedingungen ohne Vorwissen
Die Übung orientiert sich an einer fiktiven Zivilschutzlage, in der die öffentliche Daseinsvorsorge sowie Teile der Kritischen Infrastruktur erheblich beeinträchtigt sind. Ziel ist es, die Einsatzkräfte auf außergewöhnliche Schadenslagen vorzubereiten und ihre Fähigkeiten unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren.
Welche konkreten Einsatzlagen bewältigt werden müssen, bleibt bewusst geheim. So sollen die Helferinnen und Helfer ohne vorherige Kenntnis der Übungsinhalte möglichst realitätsnah arbeiten.
Fachgruppen sichern Notversorgung
Im Mittelpunkt stehen die Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung (FGr. N). Sie übernehmen im Zivilschutz wichtige Aufgaben, wenn Infrastruktur ausfällt oder beeinträchtigt wird.
Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem:
- Errichtung von Notunterkünften
- Bereitstellung von Strom und Beleuchtung
- Unterstützung der Wasser- und Energieversorgung
- Schaffung der Voraussetzungen für den Einsatz weiterer Kräfte
Darüber hinaus sind die Einheiten darauf ausgelegt, über längere Zeiträume autark zu arbeiten und auch unter schwierigen Bedingungen einsatzfähig zu bleiben.
Während der Übung trainieren die Einsatzkräfte neben ihren fachlichen Fähigkeiten auch Führungsstrukturen, Kommunikation, Zusammenarbeit sowie eigenständiges Handeln in einer dynamischen Einsatzlage.
Polizei beteiligt sich an der Übung
Neben den Einsatzkräften des THW beteiligt sich auch die Polizei Mönchengladbach an der Übung. Die Beteiligung weiterer Kräfte befindet sich nach Angaben des THW noch in Planung.
Solche Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der Aus- und Fortbildung des Technischen Hilfswerks und sollen die Einsatzbereitschaft im Zivilschutz kontinuierlich weiterentwickeln.
Mehr Einsatzfahrzeuge im Stadtgebiet
Während des Übungswochenendes wird es im Stadtgebiet Mönchengladbach zu einem erhöhten Aufkommen von THW-Einsatzfahrzeugen kommen. Besonders betroffen sind die Ortsteile Neuwerk, Uedding und Flughafen sowie das Umfeld der Übungsräume.
Außerdem werden zahlreiche Einsatzkräfte in Einsatzkleidung und weitere Übungsteilnehmende im öffentlichen Raum unterwegs sein. Das THW weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich ausschließlich um eine geplante Ausbildungsmaßnahme handelt.
Bedeutung des Zivilschutzes stärken
Mit OZINEX26 möchte das THW zugleich die Bedeutung des Zivilschutzes stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken. Während viele Aufgaben des THW bei Hochwasser, Unwettern oder Großschadenslagen bekannt sind, ist die Rolle der Organisation im Zivilschutz häufig weniger präsent.
Nach Angaben des THW schaffen Übungen wie OZINEX26 die Voraussetzungen dafür, dass die gesetzlichen Aufgaben auch in außergewöhnlichen Krisen- und Zivilschutzlagen zuverlässig erfüllt werden können.