Bei einer groß angelegten Kontrolle hat der Zoll zahlreiche Barbershops und Nagelstudios im Bezirk des Hauptzollamts Krefeld unter die Lupe genommen. Auch Bedienstete aus Mönchengladbach waren an der Aktion beteiligt. Im Laufe der Kontrollen stießen die Ermittler auf zahlreiche Verdachtsfälle. Ein Mann versuchte zu fliehen, gegen eine weitere Person lag ein offener Haftbefehl vor.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit kontrollierte am Samstag, 26. September, insgesamt 107 Beschäftigte in 33 Betrieben. Überprüft wurden 24 Barbershops, acht Nagelstudios und ein Kosmetikbetrieb. Allein aus den Standorten Krefeld und Mönchengladbach waren 50 Zollbedienstete beteiligt.
Die Aktion war Teil einer bundesweiten Schwerpunktkontrolle. Nach Angaben des Hauptzollamts Krefeld waren deutschlandweit rund 2.200 Zöllnerinnen und Zöllner beteiligt.
Zoll prüft Schwarzarbeit und Mindestlohn
Im Mittelpunkt der Kontrollen stand unter anderem die Frage, ob Beschäftigte ordnungsgemäß zur Sozialversicherung gemeldet waren. Daneben überprüfte der Zoll die Einhaltung des Mindestlohns, mögliche illegale Beschäftigung sowie einen möglichen Missbrauch von Sozialleistungen.
Bereits während der Kontrollen wurden zwei Verfahren wegen möglicher Ordnungswidrigkeiten und ein Strafverfahren eingeleitet.
In einem Krefelder Nagelstudio stellte der Zoll einen Beschäftigten fest, der sich nach Angaben der Behörde mit dem Ausweisdokument einer anderen Person ausgewiesen hatte.
Ein weiterer Beschäftigter versuchte während einer Kontrolle zu flüchten. Die Person konnte später gestellt werden. In einem anderen Fall stellten die Beamten fest, dass gegen eine kontrollierte Person ein offener Haftbefehl bestand. Sie wurde anschließend der Polizei übergeben.
Rund 12.000 Euro Bargeld in Nagelstudio gefunden
Besonders umfangreich waren die Maßnahmen in einem Nagelstudio in Nettetal. Dort trafen die Kontrolleure fünf Beschäftigte an. Bei vier Personen besteht laut Zoll der Verdacht, dass sie sich illegal in Deutschland aufhielten.
Gleichzeitig ergaben sich Hinweise darauf, dass Sozialversicherungsbeiträge möglicherweise nicht ordnungsgemäß abgeführt worden waren.
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft und einem Ermittlungsrichter wurde noch während der Kontrolle eine Durchsuchung angeordnet. Dabei stellten die Ermittler Geschäftsunterlagen, ein Mobiltelefon und rund 12.000 Euro Bargeld sicher.
Zahlreiche weitere Verdachtsfälle festgestellt
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Kontrollen für den Zoll noch lange nicht abgeschlossen sind. Unter anderem wurden folgende Auffälligkeiten festgestellt:
- 26 Beschäftigte hatten die erforderlichen Ausweispapiere nicht dabei
- in 24 Fällen besteht der Verdacht einer fehlenden oder verspäteten Sofortmeldung zur Sozialversicherung
- in 19 Fällen gibt es Hinweise auf nicht ordnungsgemäß angemeldete Beschäftigung
- in zwölf Fällen besteht der Verdacht auf Verstöße gegen die Pflicht zur Arbeitszeitaufzeichnung
- sieben mögliche Verstöße gegen den Mindestlohn wurden festgestellt
- in sieben Fällen besteht der Verdacht auf illegalen Aufenthalt in Verbindung mit einer Beschäftigung ohne Arbeitserlaubnis
- drei Fälle betreffen den Verdacht auf Leistungsbetrug
- in acht Fällen wird geprüft, ob ausländische Beschäftigte ohne erforderliche Arbeitserlaubnis beschäftigt wurden
Darüber hinaus geht der Zoll unter anderem einem möglichen Missbrauch von Ausweispapieren sowie dem Verdacht auf Einschleusen von Ausländern in Verbindung mit unerlaubter Beschäftigung nach.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit wertet die bei der Schwerpunktkontrolle gewonnenen Erkenntnisse weiter aus.
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Zoll kontrolliert Barbershops: 107 Beschäftigte geprüft
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Der Zoll kontrolliert 33 Barbershops und Nagelstudios in der Region. 107 Beschäftigte wurden überprüft, rund 12.000 Euro sichergestellt.
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