Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter der Bundespolizei in Nettetal-Kaldenkirchen, bei dem gleich vier gesuchte Männer bei unterschiedlichen Kontrollen ins Netz der Beamten gingen. Warum ein verpasster Zug zu einer gefährlichen Gleissperrung führte und für wen der Weg direkt in die Zelle führte, zeigt die Einsatzbilanz.
Von Drogen bis Waffen: Kontrolle am Friedhof
Den Auftakt des einsatzreichen Wochenendes machte eine Personenkontrolle am Freitagmorgen, dem 22. Mai 2026. Am Friedhof in Nettetal-Kaldenkirchen überprüften die Beamten einen 22-jährigen Deutschen. Der Datenabgleich zeigte schnell: Der junge Mann wurde von der Staatsanwaltschaft Krefeld per Haftbefehl gesucht.
Die Vorwürfe wogen schwer, es ging um Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz. Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, hätte der 22-Jährige vor Ort eine offene Strafe von 1.200 Euro sowie 102 Euro Verfahrenskosten begleichen müssen. Da er diese Summe nicht aufbringen konnte, brachten ihn die Polizisten direkt in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Moers, wo er nun eine 30-tägige Ersatzfreiheitsstrafe absitzt. Zudem interessierten sich auch die Staatsanwaltschaften in Mönchengladbach und Dortmund für den Aufenthaltsort des Mannes, da gegen ihn weitere Verfahren wegen Leistungserschleichung und Hausfriedensbruchs laufen.
Lebensmüde Aktion: Güterzug am Lärchenweg gestoppt
Am Freitagabend sorgte dann ein 24-jähriger Spanier am Bahnübergang Lärchenweg in Kaldenkirchen für einen hochgefährlichen Zwischenfall. Weil er den letzten Personenzug in Richtung Niederlande verpasst hatte, versuchte er kurzerhand, einen herannahenden Güterzug auf eigene Faust zu stoppen.
Der aufmerksame Lokführer leitete umgehend eine Notbremsung ein. Obwohl ihm der Einstieg mehrfach strikt verweigert wurde, gab der Mann nicht auf und versuchte, auf einen Kesselwagen zu klettern, um als blinder Passagier mitzureisen. Um Schlimmeres zu verhindern, musste die Strecke komplett gesperrt und die stromführende Oberleitung abgeschaltet werden. Ein Atemalkoholtest bei dem 24-Jährigen ergab einen leichten Wert von 0,04 mg/l. Er wurde von der Viersener Kreispolizei in Gewahrsam genommen und muss sich nun wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr verantworten.
Grenzkontrolle an der A61: Teurer Ausflug endet mit Abschiebung
Auch an der Bundesautobahn 61 waren die Einsatzkräfte wachsam. An der Anschlussstelle Kaldenkirchen-Süd stoppten sie am Samstagvormittag einen Audi, der aus den Niederlanden einreiste. Auf dem Beifahrersitz: ein 48-jähriger Kosovare, der lediglich seinen Reisepass, aber kein gültiges Visum vorlegen konnte. Ermittlungen ergaben, dass er sich bereits seit Juni des vergangenen Jahres illegal im Schengen-Raum aufhielt.
Doch damit nicht genug: Die Staatsanwaltschaft Memmingen suchte den Mann bereits mit einem Vollstreckungshaftbefehl wegen Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz. Auf der Wache im Bundespolizeirevier Kempen konnte der 48-Jährige die geforderte Geldstrafe in Höhe von stolzen 2.477,50 Euro zwar bezahlen und so 120 Tage Haft abwenden. Sein Aufenthalt in Deutschland war dennoch beendet. Er wurde am Sonntag über den Düsseldorfer Flughafen in den Kosovo abgeschoben.
Endstation Poststraße: Abtransport ins Gefängnis
Der vierte Zugriff des Wochenendes ereignete sich am Sonntagmorgen auf der Poststraße in der Nähe von Kaldenkirchen. Hier geriet ein 46-jähriger Pole in eine Kontrolle der Bundespolizei.
Auch in diesem Fall schlug der Fahndungscomputer Alarm. Die Krefelder Staatsanwaltschaft hatte einen Vollstreckungshaftbefehl wegen gemeinschaftlich versuchten schweren Diebstahls gegen den Mann erlassen. Er stand vor der Wahl: Entweder 800 Euro Strafe plus 96,50 Euro Bearbeitungskosten zahlen oder für 40 Tage hinter Gitter. Da die Kasse des Mannes leer war, endete auch sein Wochenende mit einer Fahrt der Bundespolizei in das Gefängnis nach Moers.