
Für rund 2.700 Kinder in Mönchengladbach beginnt mit dem neuen Schuljahr ein völlig neuer Lebensabschnitt. Während Polizei und Ordnungsamt zum Schulstart verstärkt an den Schulen präsent sein werden, können Eltern schon vorher viel dafür tun, damit ihre Kinder sicher und möglichst entspannt zur Schule kommen.
Die Sommerferien gehen zu Ende. Für viele Kinder bedeutet das nicht nur frühes Aufstehen, Stundenplan und Schulranzen. Gerade die Schulanfängerinnen und Schulanfänger dürfen sich darauf freuen, ihre Schule kennenzulernen, neue Freundschaften zu schließen und Schritt für Schritt selbstständiger zu werden.
Zu diesem neuen Lebensabschnitt gehört auch der Schulweg.
Eltern können ihre Kinder darauf bereits vor dem ersten Schultag vorbereiten. Sinnvoll ist es, den Weg zur Schule gemeinsam abzulaufen und dabei nicht unbedingt den kürzesten, sondern vor allem einen möglichst sicheren Weg auszuwählen. Wo muss eine Straße überquert werden? Gibt es Ampeln oder Zebrastreifen? Wo können parkende Fahrzeuge die Sicht versperren? Welche Stellen erfordern besondere Aufmerksamkeit?
Wird der ausgewählte Weg mehrfach gemeinsam gegangen, kann sich das Kind mit der Strecke und möglichen Gefahrenpunkten vertraut machen. Das schafft Orientierung und kann dazu beitragen, dass der Morgen nicht schon mit Unsicherheit und Hektik beginnt.
Kindern auf dem Schulweg zunehmend vertrauen
Der Schulanfang ist zugleich ein Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Wenn Alter, Entwicklung des Kindes und Verkehrssituation es zulassen, sollten Eltern ihren Kindern deshalb zunehmend zutrauen, den eingeübten Schulweg selbstständig zu bewältigen.
Das muss nicht vom ersten Tag an und nicht auf jedem Schulweg möglich sein. Eltern können ihr Kind zunächst begleiten, später einen Teil des Weges allein gehen lassen oder sich mit anderen Familien zusammenschließen. Entscheidend ist, dass Kinder lernen, sich zunehmend eigenständig und sicher im Straßenverkehr zu bewegen.
Das Elterntaxi bis unmittelbar vor das Schultor ist dagegen nicht immer die sicherste Lösung. Gerade viele gleichzeitig ankommende Fahrzeuge können vor Schulen unübersichtliche Situationen verursachen.
Auch Polizei und Stadt Mönchengladbach weisen darauf hin, dass Kinder möglichst nicht unmittelbar vor dem Schulgebäude abgesetzt oder abgeholt werden sollten. Wer mit dem Auto kommt, kann mit etwas Abstand zur Schule halten und die letzten Meter mit dem Kind zu Fuß zurücklegen beziehungsweise es von dort aus gehen lassen.
Gehwege, Bushaltestellen und Sichtbereiche an Querungsstellen müssen dabei frei bleiben. Falsch abgestellte Fahrzeuge können Kindern die Sicht auf den fließenden Verkehr nehmen und gleichzeitig dafür sorgen, dass Autofahrer die Kinder zu spät erkennen.
Polizei und Ordnungsamt verstärken Präsenz an Schulen
Zum Beginn des neuen Schuljahres werden Polizei und Ordnungsamt in Mönchengladbach verstärkt auf den Schulwegen und im Umfeld der Schulen präsent sein.
Nach Angaben von Polizei und Stadt liegt der Schwerpunkt vom 2. bis einschließlich 11. September insbesondere auf der Verkehrssituation vor den Schulen, dem Park- und Halteverhalten sowie den Bring- und Abholsituationen durch sogenannte Elterntaxis. Gefahrenstellen sollen frühzeitig erkannt, Verkehrsteilnehmer auf Fehlverhalten hingewiesen und Verstöße geahndet werden.
Darüber hinaus sind verstärkte Verkehrskontrollen angekündigt. Dabei sollen auch städtische Radarwagen und teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlagen zum Einsatz kommen.
Autofahrer, Radfahrer und E-Scooter-Fahrer besonders gefordert
Mit dem Schulbeginn verändert sich morgens auch die Verkehrssituation in der Stadt. Tausende Schülerinnen und Schüler sind wieder zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bus und Bahn oder anderen Verkehrsmitteln unterwegs.
Von Autofahrern ist deshalb ebenso besondere Aufmerksamkeit gefordert wie von Radfahrern und Fahrern von E-Scootern. Gerade in der Nähe von Schulen, an Kreuzungen, Einmündungen und Querungsstellen muss jederzeit damit gerechnet werden, dass Kinder die Verkehrssituation anders einschätzen als Erwachsene.
Vorausschauendes Fahren, angepasste Geschwindigkeit, ausreichender Abstand und die Bereitschaft, jederzeit zu bremsen, können entscheidend sein.
Für Eltern beginnt ein sicherer Schulstart dagegen schon vor dem ersten Unterrichtstag: den Schulweg gemeinsam kennenlernen, Gefahrenstellen erklären, das richtige Verhalten üben – und dem eigenen Kind anschließend Schritt für Schritt das Vertrauen geben, diesen neuen Weg auch selbst zu meistern.
Denn ein entspannter Start in den Schultag beginnt im besten Fall schon vor der Haustür.
Hinweis zu den Sprechzeiten des Bezirksdienstes
Aufgrund der verstärkten Schulwegsicherung zur Einschulung entfallen nach Angaben der Polizei mehrere Sprechzeiten des Bezirksdienstes. Betroffen sind der 3. September und 10. September jeweils von 16 bis 18 Uhr sowie der 7. September von 10 bis 12 Uhr. Ab der 38. Kalenderwoche sollen die Sprechstunden wieder regulär stattfinden.