Der Rat der Stadt Mönchengladbach hat eine neue Satzung für die Elternbeiträge der Offenen Ganztagsschule beschlossen. Ab dem 1. August 2026 sollen deutlich mehr Familien finanziell entlastet werden. Die wichtigste Änderung: Familien mit einem Jahreseinkommen bis 30.677 Euro zahlen künftig keine OGS Beiträge mehr. Bisher lag die Grenze bei 12.271 Euro.
Die Reform betrifft die Offene Ganztagsschule und weitere schulische Betreuungsangebote. Nach Angaben der Stadt sollen die Beiträge künftig stärker an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Familien ausgerichtet werden. Dafür wird das Beitragssystem feiner gegliedert. Größere Sprünge zwischen einzelnen Einkommensgruppen sollen dadurch vermieden werden.

Beitragsfreiheit wird deutlich ausgeweitet
Für viele Familien ist die neue Einkommensgrenze der entscheidende Punkt. Wer künftig bis zu 30.677 Euro Jahreseinkommen hat, soll für die OGS keine Elternbeiträge mehr zahlen. Damit wird die beitragsfreie Grenze mehr als verdoppelt.
Auch Familien mit mittleren Einkommen sollen nach Angaben der Stadt von der neuen Staffelung profitieren. Die genaue Beitragshöhe hängt vom maßgeblichen Jahreseinkommen und der beschlossenen Beitragstabelle ab.
Vorher und nachher im Überblick
| Regelung | Bisher | Ab 1. August 2026 |
|---|---|---|
| Beitragsfreiheit OGS | bis 12.271 Euro Jahreseinkommen | bis 30.677 Euro Jahreseinkommen |
| Beitragssystem | gröbere Staffelung | feinere Staffelung |
| Geschwisterregelung | bisherige Regelung | Anpassung mit Entlastung für viele Familien |
| Anpassung der Beiträge | nicht im Ausgangstext beziffert | jährlich drei Prozent vorgesehen |
Die Stadt nennt außerdem eine geplante jährliche Anpassung der Beiträge um drei Prozent. Damit sollen allgemeine Preisentwicklungen berücksichtigt und die Finanzierung dauerhaft abgesichert werden.
Was sich für Familien mit mehreren Kindern ändert
Auch die Geschwisterregelung wird angepasst. Nach Angaben der Stadt entfallen Beiträge für viele Familien mit mehreren Kindern künftig vollständig oder werden reduziert.
Für Eltern ist dieser Punkt besonders wichtig, wenn mehrere Kinder gleichzeitig eine Kita, Kindertagespflege, LENA Gruppe oder OGS besuchen. Die Stadt betrachtet die Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen und OGS erstmals gemeinsam. Dadurch soll eine familienfreundlichere und langfristig tragfähige Struktur entstehen.
Wichtig: Essensgeld ist nicht automatisch enthalten
Eltern sollten beachten, dass der OGS Elternbeitrag nicht zwingend alle Kosten abdeckt. Die Stadt weist darauf hin, dass zusätzlich ein Verpflegungsbeitrag für das Mittagessen durch den jeweiligen Träger der Offenen Ganztagsschule erhoben wird.
Die Beitragshöhe richtet sich nach dem Haushaltseinkommen der Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigten. Nach der Aufnahme in die OGS sind Einkommensnachweise einzureichen.
Warum die Reform gerade jetzt wichtig ist
Die neue Beitragssatzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Offene Ganztagsschule in Mönchengladbach stark ausgebaut wird. Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt in Nordrhein Westfalen stufenweise der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung in der Grundschule.
Mönchengladbach bereitet sich darauf organisatorisch und strukturell vor. Nach Angaben der Stadt sollen allein für das Schuljahr 2026/27 rund 1.310 neue Plätze geschaffen werden. Außerdem soll es ab 2026 erstmals an allen Grundschulstandorten beziehungsweise Teilstandorten ein OGS Angebot geben.
Für Familien bedeutet das: Die Frage nach Kosten, Beitragsfreiheit und Planbarkeit wird mit dem Ausbau des Ganztags noch wichtiger.
Was Eltern jetzt prüfen sollten
Eltern in Mönchengladbach sollten vor dem Start der neuen Satzung vor allem drei Punkte prüfen:
- Liegt das maßgebliche Jahreseinkommen unter oder über 30.677 Euro?
- Gibt es mehrere Kinder in beitragspflichtigen Betreuungsangeboten?
- Welche zusätzlichen Kosten, etwa für Mittagessen, fallen beim jeweiligen OGS Träger an?
Die vollständige Satzung und die beschlossene Vorlage sind laut Stadt im Gremieninformationsdienst abrufbar.
Fazit
Die neue OGS Beitragssatzung bringt für viele Familien in Mönchengladbach eine spürbare Entlastung. Besonders Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen profitieren von der höheren beitragsfreien Grenze und der feineren Staffelung. Gleichzeitig wird das System stärker mit den Elternbeiträgen für Kita und Kindertagespflege zusammengedacht. Damit reagiert die Stadt auch auf die wachsende Bedeutung der Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27.