Nach dem Ende der viertägigen Frühkirmes in Rheydt blickt die Polizei Mönchengladbach auf den Einsatz zurück. Trotz einer insgesamt gut besuchten Veranstaltung am vergangenen Wochenende meldeten die Beamten mehrere Strafanzeigen, Festnahmen und Widerstand gegen Einsatzkräfte. Besonders im Fokus standen gezielte Kontrollen zur Bekämpfung der Messerkriminalität.
Am Montag, den 11. Mai, ging die diesjährige Frühkirmes in Rheydt zu Ende. Um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, setzte die Polizei auf ein umfangreiches Sicherheitskonzept. Dazu gehörten mobile Videobeobachtungsanlagen an der Straße Gracht sowie eine mobile Wache an der Kreuzung Gracht / Limitenstraße. Unterstützt wurden die Polizisten dabei vom Kommunalen Ordnungs- und Servicedienst (KOS) der Stadt Mönchengladbach.
Kontrollen gegen Messerkriminalität zeigen Wirkung
Bereits vor Beginn der Kirmes hatte die Polizei angekündigt, verstärkt Personenkontrollen durchzuführen. Ziel war es, das Mitführen von Waffen – insbesondere Messern – im öffentlichen Raum zu unterbinden. Die Bilanz der Ordnungshüter: Von 387 kontrollierten Personen führten lediglich zwei ein Messer mit sich.
In einem Fall wurde eine Ordnungswidrigkeitenanzeige nach dem Waffengesetz gefertigt, im zweiten Fall wurde ein Taschenmesser zur Gefahrenabwehr sichergestellt. Zudem nahmen die Beamten einem Kirmesbesucher einen Schlagstock ab. Die Polizei wertet die geringe Anzahl an Funden bei gleichzeitig hoher Kontrolldichte als Erfolg ihrer präventiven Strategie.
Eskalation nach sexueller Belästigung
Trotz der starken Präsenz kam es zu insgesamt neun Strafanzeigen. Neben drei Handtaschendiebstählen und verschiedenen Körperverletzungsdelikten beschäftigte ein Vorfall am Rande des Kirmesgeschehens die Einsatzkräfte besonders: Ein 18-jähriger Tatverdächtiger soll eine 40-jährige Frau sexuell belästigt haben.
Der Vorfall löste eine körperliche Auseinandersetzung zwischen dem 18-jährigen Sohn der Frau, dem Tatverdächtigen und dessen 22-jährigem Bruder aus. Als die Polizei einschritt, leistete der 22-Jährige massiven Widerstand. Dabei wurde eine Polizeibeamtin leicht verletzt; sie konnte ihren Dienst nicht fortsetzen. Wie sich bei der Überprüfung herausstellte, bestand gegen den 22-Jährigen zudem ein offener Haftbefehl. Er wurde direkt in das Polizeigewahrsam überführt. Auch sein jüngerer Bruder musste zur Beruhigung der Situation Zeit im Gewahrsam verbringen. Beiden Männern wurden Blutproben entnommen.
Service für Familien: Vier Kinder wohlbehalten zurück
Abseits des strafrechtlichen Geschehens zog die Polizei auch eine positive Bilanz im Bereich der Hilfeleistungen. Im dichten Kirmestreiben verloren insgesamt vier Kinder kurzzeitig den Kontakt zu ihren Eltern. Dank der Einsatzkräfte vor Ort konnten alle vier Kinder schnell wieder mit ihren Familien zusammengeführt werden. Insgesamt erteilte die Polizei an den vier Tagen 26 Platzverweise gegen störende Personen.